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Die schleichende Schließung

Springe Die schleichende Schließung

Die Chirurgie des Klinikums Springe macht am Wochenende dicht. Nur noch 40 Betten sind in Betrieb. Wegen akuten Personalmangels, sagt der Träger. Und sieht sich damit auch Vorwürfen ausgesetzt, eine vorzeitige Schließung zu betreiben.

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Dunkle Wolken überm Krankenhaus: Nach dem Intensivbereich zieht auch die Chirurgie vorzeitig nach Gehrden um.

Quelle: Mischer

Springe. Dass das Aus fürs Springer Krankenhaus mit einem großen Knall kommt, kann man wirklich nicht sagen. Erst das politische Tauziehen, die Proteste der Bürger, dann der umstrittene Beschluss im Dezember. Und seitdem? Siecht das Klinikum dahin. Die Intensivstation ist seit einigen Wochen dicht. Jetzt wurde bekannt, dass die Chirurgie am Wochenende folgt.

„Wir beobachten, dass hier Fakten geschaffen werden“, sagt der kommissarische Rathauschef Gerd-Dieter Walter. Er beklagt schon länger die Informationspolitik des Regionsklinikums über die Geschehnisse rund um das Krankenhaus: „Es setzt sich nahtlos fort, dass nicht alles auf den Tisch kommt.“

Es gehe nicht um weitere Betten, die verlegt werden sollen, betont Klinikums-Sprecherin Petra Kesten-Kühne: „Der Standort bleibt weiter voll aufnahmefähig.“ Alle anderen Angebote wie die Innere Medizin seien weiter vor Ort. Sie räumt aber ein, dass bereits Stationen zusammengelegt wurden: Mehrere Bereiche teilen sich eine Abteilung. So seien aktuell nur 40 der ursprünglich 96 Betten in Betrieb: „Damit decken wir den Bedarf ab, der da ist.“ Man könne aber jederzeit zusätzliche Kapazitäten anbieten - bis auf die Betten, die inzwischen mit der Intensivstation nach Gehrden gewandert sind.

Die Regionsversammlung hatte im Dezember beschlossen: Erst kommt die neue Notfallambulanz mit sechs Betten, dann die Schließung des Standorts. Und jetzt? Zieht man nach und nach doch um. Die Kritik von Stadt und Teilen der Politik, hier würden vorschnell Fakten geschaffen, weist Kesten-Kühne dennoch zurück. Man habe auf akute Personalprobleme reagieren müssen, hervorgerufen durch Urlaub und Krankheitsausfälle.

Aber werden die Mitarbeiter nicht ohnehin schon hin und her getauscht? Kesten-Kühne bejaht. „Aber so etwas lässt sich in einem größeren Haus wie Gehrden leichter auffangen.“ Dass der vorschnelle Umzug dem Regionsklinikum entgegenkommt, streitet sie ab: „In Gehrden muss ja auch spontan reagiert werden.“ Dort habe man sich ursprünglich darauf eingestellt, erst im September Betten, Patienten, Geräte und Personal aus Springe unterbringen zu müssen.

Von Christian Zett

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