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Wichtigsten Fragen und Antworten zum Klinikum

Springe Wichtigsten Fragen und Antworten zum Klinikum

Das Land Niedersachsen prüft, das leere Klinikum als Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge zu nutzen. Die Entscheidung wird wohl noch in dieser Woche fallen. Hier ein Überblick darüber, was Stadt, Land und Klinikum zu der Entwicklung sagen.

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Quelle: Mischer

Was genau ist im Krankenhaus geplant?

Springe. Das Land sucht händeringend Gebäude für sogenannte Erstaufnahmeeinrichtungen. Dort kommen die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft zunächst unter - bevor sie nach spätestens drei Monaten in die Stadt oder Gemeinde gebracht werden, in der sie bleiben sollen. Bislang gibt es landesweit mehr als 20 solcher Notunterkünfte mit 13 000 Plätzen - viel zu wenig für die große Anzahl Flüchtlinge. Bis Jahresende will das Innenministerium die Kapazität deshalb fast verdoppeln. Am Freitagmorgen informierte das Klinikum die Stadt über Gespräche mit dem Land: Dort prüft man mehrere Dutzend Objekte auf ihre Tauglichkeit - eben auch das Krankenhaus in Springe. Die Stadt wollte diesen Schritt bislang nicht gehen - auch, weil man bislang erfolgreich die Strategie verfolgt, Flüchtlinge dezentral unterzubringen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass es tatsächlich so kommt?

Ziemlich wahrscheinlich. Das Springer Krankenhaus ist gleich mehrfach attraktiv: Es steht erst seit Kurzem leer und ist damit noch voll betriebsfähig. Außerdem verfügt es über eine Infrastruktur: übernachtungsgeeignete Zimmer, Sanitäranlagen, nahe medizinische Grundversorgung. Damit ist es besser als Unterkunft geeignet als etwa leere Baumärkte. Schon seit Monaten leben etwa Flüchtlinge im früheren Oststadtkrankenhaus in Hannover.

Wie viele Flüchtlinge würden dann nach Springe kommen?

Das ist noch unklar. Auch die Kapazität des Krankenhauses ist Teil der Prüfung, die das Land jetzt durchführt.

Wann steht fest, wie es weitergeht?

Die Zeit drängt. Gut möglich, dass schon am Montag oder Dienstag eine Entscheidung fällt, die dann je nach Aufwand schon wenige Tage später umgesetzt wird.

Wer zahlt das alles?

Erst einmal das Land. Es hat den Kommunen für den Betrieb einer Notunterkunft die „volle Kostenerstattung“ versprochen. Soll heißen: Das Geld gibt es zurück. Die Stadt fürchtet aber mögliche zusätzliche Kosten - etwa, wenn der für Flüchtlinge zuständige Fachdienst Soziales im Springer Rathaus personell erweitert werden muss.

Was sagt das Land?

Es bestätigt offiziell erst mal nur, dass sich auch das Springer Krankenhaus in der Vorprüfung befinde. „In diesem Stadium bestehen allerdings noch keine intensiven Kontakte vor Ort oder weitergehende konkrete Planungen“, sagt eine Sprecherin.

Wie reagiert die Stadt?

Rathauschef Walter äußert Verständnis für die Überlegungen des Landes - mehr aber auch nicht. Ihm wäre eine gesundheitsbezogene Nachnutzung des Krankenhauses lieber - die jedoch wäre erst mal vom Tisch, wenn die Unterkunft tatsächlich kommt: „Kurz- oder mittelfristig passiert da dann nichts mehr. Angesichts der Flüchtlingssituation reden wir nicht nur von Monaten“, sagt Walter. Er hofft auf einen Kompromis: eine bauliche Trennung von Unterkunft und restlichem Krankenhaus, um in einem Teilbereich die Möglichkeit einer Nachnutzung zu erhalten. Das Land will den Städten die Einrichtung attraktiver machen: So sollen die Flüchtlinge, die dann nach Springe kämen, später auch bevorzugt hier vor Ort unterkommen. Außerdem können sich die Kommunen die Plätze in der Notunterkunft auf ihre regulären Aufnahmequoten anrechnen lassen.

Was sagt das Klinikum?

Die Geschäftsführung will sich einer möglichen Notunterkunft nicht in den Weg stellen. „Aus gesamtgesellschaftlicher Verantwortung“ habe man dem Wunsch des Landes entsprochen, das Springer Krankenhaus als mögliche Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung zu stellen, sagt Klinikumssprecher Bernhard Koch. Die Notfallversorgung bleibe „in jedem Fall weiter in Betrieb“.

Von Christian Zett

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