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Dritte Grabungswoche geht in die Tiefe

Klein Süntel Dritte Grabungswoche geht in die Tiefe

Archäologenteam will kulturhistorische Bedeutung der alten Glashütte in Klein Süntel belegen. Ein Expertensymposium, das ab Freitag für drei Tage in Bad Münder zusammenkommt, soll die Bedeutsamkeit der Grabung einschätzen.

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Wollen der Bedeutung der Glashütte auf den Grund gehen: Hermann und Roland Wessling.

Quelle: Christoph Huppert

Klein Süntel. Das kleine, weiße Zeltdach spendet etwas Schatten. Dennoch kommen Sarah, Kate und Gemma bei ihrer Arbeit mächtig ins Schwitzen. Die drei Studentinnen sind Mitglieder des achtköpfigen Grabungsteams der Universität Cranfield, das unter der Leitung ihres Dozenten Roland Wessling die Überreste der alten Glashütte hinter dem Seniorendomizil in Klein Süntel ausgräbt.

„Nach der geophysikalischen Prospektion vor vier Jahren und den Oberflächengrabungen der vergangenen zwei Jahre gehen wir jetzt in die Tiefe“, erklärt der 44-jährige Dozent für forensische Archäologie und Anthropologie aus Oxford. Unmittelbar unter der Grasnabe kommen große Mauersteine zum Vorschein, die mit Kratzern und Löffeln vorsichtig ausgegraben werden. „Wir erkunden gerade, ob es bei der Anlage noch intakte Ein- und Ausgänge gibt“, erklärt Wessling die Suche auf dem Untergeschoss der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Glashütte.

Die Klein Sünteler Hütte ist höchstwahrscheinlich von großer kulturhistorischer Bedeutung. Es handelt sich vermutlich um eine von nur vier derartigen Hütten außerhalb Großbritanniens. „In England gibt es zahlreiche davon“, erläutert Roland Wessling. „Doch es war damals wegen der Industriespionage verboten, das Know-how außer Landes zu bringen. Aber da der König von England zugleich König von Hannover war, konnte man die Glashütte hier bauen.“ Hinter den Steinen auf dem Grabungshügel verberge sich auf jeden Fall „jede Menge Diplomatie“.

Ein Symposion mit internationalen Experten der Glas-Archäologie, das ab Freitag drei Tage lang in Bad Münder stattfinden wird, soll die Bedeutsamkeit der Grabung einschätzen. „Am Ende der Woche sind wir schlauer“, sagt auch Roland Wesslings Vater Hermann, Vorsitzender des Münderaner Forums Glas. „Dann wird sich auch zeigen, ob die Bingo-Stiftung Niedersachsen, die momentan zusammen mit dem Landschaftsverband und dem Landkreis das Gros der Mittel für die Grabung zur Verfügung stellt, weitere Forschungen unterstützen wird.“

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