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Motorradunfall: Ehemann dankt den Helfern seiner Frau

Springe Motorradunfall: Ehemann dankt den Helfern seiner Frau

Auf der B 217 bei Springe ist am Sonntag eine 48-jährige Motorradfahrerin verunglückt. Sie verlor bei dem Unfall einen Unterarm. Jetzt schildert ihr Ehemann, was passiert ist – und dankt mit bewegenden Worten den Ersthelfern, die in den ersten Minuten entscheidend handelten.

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An der Abfahrt Osttangente ereignete sich der Unfall auf der B 217. Der Ehemann Dirk Erdner dankt den Ersthelfern.

Quelle: Mischer

Springe. Eigentlich war der Montag kein schöner Tag für Dirk Erdner. Stunden zuvor, am Sonntag gegen 16 Uhr, verunglückte seine Frau auf der Bundesstraße 217 (B 217) in Höhe der Abfahrt Osttangente: Sie stürzte mit dem Motorrad, verlor den Unterarm. Trotzdem ist Dirk Erdner dankbar. Für die Hilfe der Menschen direkt nach dem Unfall. Dafür, dass niemand gegafft, fotografiert, gefilmt hat. Und dafür, dass seine Frau nach einer stundenlangen Operation auf dem Weg der Besserung ist.

Es war ein idealer Sonntag für eine Motorradtour. 25 Grad, Sonne, strahlend blauer Himmel. Erdner und seine Frau drehten „die große Runde“, wie der Pattenser sagt, über Bodenwerder ging es am Nachmittag langsam wieder zurück in Richtung Heimat.

16.04 Uhr, B 217 Richtung Hannover, Höhe Osttangente: Neben Erdners Frau fährt ein Auto auf die Bundesstraße, sie weicht auf die linke Spur aus. Später wird sich der Fahrer daran erinnern, wie er in dem Moment dachte: „Sie fährt zu weit links!“ Dann kracht es. Dirk Erdner fährt 150 Meter vor seiner Frau, sieht im Rückspiegel eine Staubwolke. Bremst, wendet.

Dann geht alles schnell. Und vor allem: Es funktioniert. „Die absolute Hilfe“, wird der Pattenser später nennen, was ihm widerfährt. Aber auch er handelt besonnen, zielstrebig. „Dem Ersten, der aus dem Auto stieg, habe ich gesagt: Bitte ruf den Rettungswagen.“ Die nächsten bekommen eine härtere Aufgabe. Sie sollen helfen, das fehlende Stück Arm von Erdners Frau zu finden. „Da hat sich keiner geweigert. Sie haben einfach geholfen“, sagt Erdner, der am Montag noch hörbar bewegt war von den Ereignissen: „Man hört sonst immer von Gaffern mit Handys. Aber was wir erlebt haben, war genau das Gegenteil.“

Als der Arm wieder da ist, fragt er in die Runde, ob jemand eine Kühlbox dabei hat - in der Hoffnung, so den Ärzten das Annähen des Arms zu erleichtern. Tatsächlich: Von einem Wohnmobil-Fahrer bekommt er einen Kasten samt Kühlakkus. „Den konnte ich dann dem Notarzt in die Hand drücken.“ Rettungswagen und Hubschrauber kommen bald. „Gefühlt waren das 15 Minuten, aber wahrscheinlich kommt mir das nur so kurz vor“, sagt der Pattenser. Er hatte kurz vorher gehört, an der MHH Hannover sei man auf solche Fälle, auf Rekonstruktions-Operationen spezialisiert. „Da habe ich denen gesagt, sie sollen sie dahin bringen.“ In Hannover hat tatsächlich eine Spezialistin Dienst, „die gilt als Koryphäe auf dem Gebiet“, weiß Erdner. Stundenlang wird seine Frau operiert, um 3 Uhr nachts kommt sie auf die Intensivstation.

Montagmorgen dann die gute Nachricht: „Der Arzt sagte, sie habe die Operation sehr gut überstanden“, berichtet Erdner. Der Verdacht auf weitere Brüche, auf innere Verletzungen habe sich nicht bestätigt: „Ihre Schutzengel haben 35 Ehrenrunden gedreht.“

Trotzdem steckte Erdner noch am Montag voller widersprüchlicher Gefühle. Sorge um seine Frau - und Freude über die schnelle und gute Hilfe. „Ich kann mich nur bei allen Beteiligten außerordentlich bedanken“, sagt er. Jetzt will der Pattenser versuchen, über die Polizei noch einmal Kontakt mit den Ersthelfern aufzunehmen.

Von Christian Zett

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