Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Achtung, Zeltkontrolle!

Bennigsen Achtung, Zeltkontrolle!

Ordnung muss sein - auch im Ferienlager des Bennigser Freibades. Ein Besuch. Das Angebot gehört zum Ferienprogramm der Stadt, zehn ehrenamtliche Betreuer kümmern sich darum, dass alles rund läuft - und dass die Zelte aufgeräumt sind. 

Voriger Artikel
Grüne wollen kein Parteiengezerre
Nächster Artikel
Einfamilienhaus steht in Flammen
Quelle: Ralf T. Mischer

Bennigsen. Sie ist heute Gesprächsthema Nummer eins. Manche Kinder machen sich darüber lustig, andere wissen nicht genau, was sie erwartet, einige scheinen sogar etwas Respekt zu haben. Jedenfalls reden sie alle von der Zeltkontrolle. Ein Besuch beim Zelt­lager des Freibads Bennigsen, kurz vor dem Ernstfall.

„Abtrocknen, Teller holen“: Der Spruch klingt fast ein wenig wie ein Kommando, jedes Kind bekommt ihn zu hören. Vor wenigen Minuten kam über Lautsprecher die Durchsage, dass es Essen gibt, jetzt kümmern sich die ehrenamtlichen Helfer darum, dass niemand sich vor Nässe triefend an die Esstische setzt. Baden ist in einem Zeltlager in einem Freibad eben der Renner. Auch bei Tim (7), der einer von den Nassen ist am Tisch.

Unzählige kleine Füße trampeln über den Boden des großen Verpflegungszelts. Sarah Geißenhöner (23) steht hinter zwei Töpfen und schwingt die Kelle. „Was möchtest Du denn haben?“, fragt die junge Frau den siebenjährigen Tim. Der grinst. Und entscheidet sich für die Nudelsuppe. „Das Essen schmeckt hier lecker“, kommentiert er das Speisenangebot. Dann setzt er sich mit seinem Teller an einen Tisch.

Ohne Essen geht nichts. Damit es den Kindern ordentlich schmeckt, hat Marianne Hellenthal zwei Stunden lang Möhren und Kartoffeln, Würstchen und Zwiebeln geschnippelt, während alle anderen Betreuer mit den Kindern Minigolf spielen durften. Nudelsuppe und Kartoffelsuppe stehen heute auf der Speisekarte. „Besonders beliebt sind Nudeln und Fischstäbchen“, sagt Marianne Hellenthal, die vor 18 Jahren erstmals fürs Zeltlager gekocht hat. „Hamburger sind der neueste Renner“, ergänzt sie. Gut, dass es die morgen gibt. Sogar mit Pommes.

Janosch (7) wird das gern hören, denn seine Suppe mag er nicht. „Ich war schon vor dem Essen satt“, kommentiert der Junge, während er Kartoffeln und Würstchenstücke vom Tellerrand in den Mülleimer plumpsen lässt. Anschließend spült er den Teller selbst. Das gehört sich schließlich so im Zeltlager.

Luzie (9) findet das Zelten gut. „Toll ist, dass wir jederzeit ins Wasser dürfen.“ Nicht so gut findet sie, dass „es schon ein wenig streng zugeht“. Dabei denkt auch sie an die anstehende Zeltkontrolle. Freibadchefin und Organisatorin Martina Riemer gibt Entwarnung: alles halb so schlimm. „Einige Kinder können ihr mitgebrachtes Besteck schon nicht mehr finden. Nach drei Tagen ist eine Zeltkontrolle einfach mal nötig.“

Es gibt zwei Sorten von Kindern. Solche, die ihr Zimmer von sich aus aufräumen - und solche, die dazu angehalten werden müssen. In einem Zeltlager spielt der Unterschied keine Rolle. Denn da gibt es ja unheimlich viel zu entdecken und unheimlich wenig Zeit zum Ordnung machen. Mittwoch etwa waren alle zum Minigolfspielen, heute steht eine Fahrt ins Bergwerk an. Und das Freibad ist ja immer da - die Dauerattraktion. Wer hat da schon Lust aufs Aufräumen?

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.