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Ein Cello erklingt in der Gestorfer Kirche

Gerstorf Ein Cello erklingt in der Gestorfer Kirche

Der Cellist Friedemann Döling hat bei der zweiten Sommermusik in der Gestorfer Kirche das Publikum mit Werken von Georg Phillipp Telemann, Johann Sebastian Bach sowie von Ernst Toch und Hans Vogt begeistert.

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Friedemann Döling präsentiert in der Gestorfer Kirche Werke von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach.

Quelle: Foto: Szabo

Gestorf. Die Konzerte in der Gestorfer Kirche haben sich mittlerweile etabliert. Auch bei der zweiten Sommermusik in dem voll besetzten Gotteshaus erlebten die Besucher wieder hochkarätige Melodien. Der Cellist Friedemann Döling präsentierte Werke von Georg Phillipp Telemann, Johann Sebastian Bach sowie von Ernst Toch und Hans Vogt.

Anlässlich des 250. Todesjahres des Barockkomponisten Telemann startete Döling mit dessen Fantasie Es-Dur. „Fantasie bedeutet, dass man aus der Fantasie heraus komponiert, ohne sich an den formalen Aufbau einer Komposition halten zu müssen“, erläuterte Döling. Der Cellist und Kammermusiker lockerte die Veranstaltung auf, indem er zwischen den einzelnen Stücken immer wieder interessante Informationen über die Musik und die Komponisten lieferte.

In Mannheim lebte eine Zeit lang der Komponist und Pulitzer-Preisträger Ernst Toch, der Anfang der Dreißigerjahre nach Hitlers Machtergreifung erst nach Paris und später nach New York floh und dort Filmmusiken schrieb, zum Beispiel für „Katharina die Große“ von 1934 oder „Dr. Zyklop“ aus dem Jahre 1940. Technisch souverän nahm sich Döling das Impromptu op. 90c und zwei Etüden dieses zeitgenössischen Komponisten vor. „Die Etüden wurden als Übung von einem Cellisten für andere Cellisten komponiert“, so Döling. Nach dem Ausflug in die Moderne kehrte er zurück zum Barock und begeisterte das Publikum erneut mit Telemann und seiner Fantasie B-Dur.

„Die Stücke sind eigentlich nicht für das Cello, sondern für die Geige geschrieben worden.“ Daher müssten die Stücke in ihrer Tonart nach unten verändert werden, die ursprünglich in F-Dur komponiert wurde.

Zurück nach Mannheim. Dort leitete der Komponist Hans Vogt eine Kompositionsklasse an der Musikhochschule Mannheim-Heidelberg. Das Besondere an seinem „Preludio“ aus dem Jahre 1977 ist die Kombination aus Zupf- und Bogenspiel, bis hin zu neuen, fast surrealen Klangwelten ohne Bogen. Vogt entwickelte im Laufe seines Schaffens viele interessante Spieltechniken, die Döling eindrucksvoll zum Besten gab.

CD mit selten gespielten Werken

Für den unermüdlichen Applaus des Publikums am Ende des Konzerts hatte Döling auch eine Zugabe parat. Wer an diesem Abend nicht genug bekam, konnte im Anschluss seine CD „Neue Werke in Violincello solo“ käuflich erstehen. Darauf sind selten gespielte, teilweise erstmalig aufgenommene Werke des 20. Jahrhunderts zu hören.

Döling wurde 1964 in Hamburg geboren und studierte Violoncello in Hannover und Berlin. Von 1987 bis 1990 war er Solocellist in der Jungen Deutschen Philharmonie. Seit 1990 ist er Solocellist am Nationaltheater in Mannheim.

Info: Am 30. Juli geht es mit dem Kulturprogramm in der Gestorfer Kirche weiter. Um 18 Uhr beginnt das Konzert „Luther - Vertonungen seiner Lieder - Werke von Georg Philipp Telemann“. Der Eintritt ist frei.

von Reinhold Krause

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