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Ein Feuerwerk musikalischer Dialoge

Springe Ein Feuerwerk musikalischer Dialoge

Einen gleichberechtigten Dialog zwischen Klavier und Violine erlebten die etwa 100 Liebhaber der klassischen Musik im Kaisersaal des Jagdschlosses im Rahmen des Abo-Konzertes des Kulturkreises. Das Duo Brüggen-Plank sorgte mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Ludwig van Beethoven für einen musikalischen Kunstgenuss.

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Begeistern ihr Publikum: Marie-Stéphanie Radauer-Plank an der Geige und Henrike Brüggen awm Klavier.

Quelle: Krause

Springe. Die beiden hochbegabten und mehrfach mit Musikpreisen ausgezeichneten Künstlerinnen zeigten einmal mehr, mit welcher Virtuosität sie ihre Instrumente beherrschen. Bereits mit vier Jahren hielt Marie-Stéphanie Radauer-Plank eine Geige in der Hand und spielt noch heute damit. Im Gegensatz zu damals ist das Instrument der mittlerweile 30-jährigen Violinistin wesentlich höherwertig - es ist eine italienische Violine Dom Amati 1746. Dom Nicolò Amati hieß ursprünglich Nicola Marchioni, wurde 1662 in Bologna geboren und war Priester und Geigenbauer.

Die etwa gleich alte Henrike Brüggen begann im Alter von sechs Jahren, ihre Liebe zum Klavier zu entdecken. Fortan bestimmten die weißen und schwarzen Tasten den Lebensinhalt der in Stadtoldendorf geborenen Frau. Im Mai 2007 beendete sie in Detmold mit einem Konzertexamen ihr Musikstudium. Seitdem treten die beiden als Duo Brüggen-Plank auf. Zwei Sonaten von Mozart bildeten das Opening des Konzertes im Kaisersaal. Mozart begann während seines Aufenthaltes in Mannheim 1777 mit dem Zyklus von sechs Sonaten, die er 1778 in Paris beendete. Davon hat er nur eine in e-Moll komponiert. Da er diese Sonaten der pfälzischen Kurfürstin Elisabeth Auguste widmete, bezeichnet man sie heute auch als Kurfürstin-Sonaten.

Das abwechslungsreiche Zusammenspiel der beiden Künstlerinnen - mal dominierte das Klavier, dann wieder die Violine - zeigte das Feingefühl der beiden. Beim Rondo in h-Moll von Franz Schubert gelang es ihnen erfolgreich, mit feinsinnigem und schlankem Ton die Gefühlslagen des reifen Schubert auszuloten. Beethovens „Frühlingssonate“ dagegen ist ein vierteiliges Werk, welches beim Hörer frühlingshafte Assoziationen hervorruft, obwohl er seine Sonate nie so benannt hatte.

Die Leichtigkeit in der Melodie, dann wieder Pizzicato-Akkorde am Klavier, seicht und zart-einfühlsam der Violinenklang darüber liegend, so klopfte musikalisch der Frühling ans Fenster. Auch die zweite, vierteilige Sonate von Beethoven, Nr. 10 Opus 96 war ein Feuerwerk facettenreicher musikalischer Dialoge. Ein Violinenspiel bis zum Anschlag, gepaart mit kräftigen Klaviertönen, ein kurzer Zwischenspurt, die Quintessenz von hart bis zart, den Zuhörern gefiel es. Sie spendeten langen Applaus für zwei junge, begnadete Künstlerinnen, die sich mit einer Zugabe verabschiedeten.

Von Reinhold Krause

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