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Ein Sturm wird zum Beben

Springe Ein Sturm wird zum Beben

Sie ist ein Buch - aber in den kommenden Tagen ist sie weit mehr als das: Die Veröffentlichung der überarbeiteten Lutherbibel bildet den Auftakt zu den Feiern zum Reformationsjahr 2017.

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Mit Faksimile: Matthias Brust (von links) Christian Klatt und Eckhard Lukow mit alter Bibel. Links ist die Neuausgabe zu sehen.Mischer

Springe. Und sie wird am 30 Oktober während eines Festaktes den Gemeinden übergeben. Aber bereits am 19. Oktober soll in Springe aus dem Buch gelesen werden - während eines Premieren-Gottesdienstes.

Lutherbibel-Geschäftsführer Jürgen-Peter Lesch aus Springe überlässt Superintendent i.R. Christian Klatt, Pastor Eckhard Lukow und Prediger Matthias Brust vorab die Druckfahnen, damit sie den Gottesdienst mit, für und aus den neuen Bibel vorbereiten können. „Wir werden sämtliche Texte nur aus der neuen Bibel lesen“, sagt Brust. Genau dafür ist sie besonders gut geeignet, weiß Lukow: „In der neuen Bibelversion kommt der Klang der Sprache Luthers gut zur Geltung, es ist eine Bibel zum Hören.“

Starten soll der Gottesdienst mit gutem Klang am Mittwoch, 19. Oktober, in der St.-Andreas-Kirche. Für die musikalische Begleitung sorgt Stadtkantor Boris Schmittmann. Und an einem Büchertisch der Buchhandlung am Nordwall sollen sich alle Springer selbst mit den neuen Bibeln eindecken können.

„Wissen Sie, wenn es darum geht, eine möglichst zeitgenössische Sprache zu verwenden, haben wir bereits viele tolle Bibelübersetzungen“, sagt Brust. In der neuen Lutherbibel werde die bildhafte Sprache Luthers aber mehr berücksichtigt. Klatt: „Wissen Sie, anfangs gehörte ich zu denen, die sagten, dass wir nicht schon wieder eine neue Version brauchen - aber ich habe mich überzeugen lassen.“ Die neue Überarbeitung gehe einfach stärker zurück auf das Original.

Alle Fäden zur sogenannten Revision der Bibel liefen beim Springer Jürgen-Peter Lesch, dem Geschäftsführer des Bibelprojekts, zusammen. „Wir haben uns 82 Mal in verschiedenen Gremien getroffen“, sagt er. Eine Menge Arbeit für 70 Experten: Exegeten und Germanisten, Dogmatiker, Kirchengeschichtler und Pastoren. Über fünf Jahre lang haben sie an der neuen, alten Bibel gearbeitet, ehrenamtlich. Lesch selbst kann während des Gottesdienstes in Springe nicht dabei sein, er tourt derzeit quer durch die gesamte Republik, um seine Arbeit vorzustellen.

Die drei Theologen aus Springe sind sich sicher, dass sie sich gelohnt hat. „Wir stellen im Gottesdienst das Wort Gottes in den Mittelpunkt“, sagt Klatt. Gelesen werden soll sowohl aus dem Alten als auch aus dem Neuen Testament.

Gottesdienstbesucher können dann womöglich auch hören, wie es bebt: Der Sturm auf dem See Genezareth, den Jesus stillte, wird wieder zum Beben werden. Schließlich schrieb auch Martin Luther vom Beben, das Jesu Jünger ängstigte.

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