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Eine der ältesten Ecken des Wisentgeheges verschwindet

Saupark Eine der ältesten Ecken des Wisentgeheges verschwindet

Eine der ältesten Ecken des Wisentgeheges verschwindet: Vom früheren Raubtier-Bereich an der Sauparkmauer - am Luchsgehege - stehen nur noch Fragmente. Die letzten Wände haben die Arbeiter mit Rücksicht auf eine betagte Dame stehen lassen: Anna-Greta.

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Vom alten Raubtierbereich steht mittlerweile nur noch ein kleiner Teil. Forstarbeiter haben beim Abriss gehol-
fen. Zett

Alvesrode. Anna-Greta ist schwerhörig und fast blind. „Ihre überwiegende Tätigkeit ist schlafen“, berichtet Gehegeleiter Thomas Hennig über die Vielfraß-Greisin. Ihren Partner Karelem mussten die Tierpfleger im vorigen Jahr einschläfern. Und auch Anna-Gretas Tage dürften gezählt sein: Sie ist bereits 19 Jahre, „und damit deutlich älter, als ein Vielfraß eigentlich wird“. Die durchschnittliche Lebenserwartung endet bei 14 bis 15 Jahren.

Anna-Gretas Nachbarn waren früher Stein- und Baummarder, Waschbären und Wildkatzen. Die beiden Letztgenannten haben in den vergangenen Jahren neue Gehege erhalten. Marder gibt es seit Längerem nicht mehr im Park.

„Die Anlage sah mittlerweile schäbig aus“, sagt Hennig über die Ecke. Die Häuschen standen bereits, als sein Vater Joachim 1972 nach Springe kam. Außer dem Alter fiel jetzt ins Gewicht: „Zu viel Leerstand ergibt ein völlig unschönes Bild.“ Beim Abriss halfen Waldarbeiter vom Forstamt Saupark.

Wenn Anna-Greta das Zeitliche gesegnet hat, verschwinden auch die letzten Wände. Im nächsten Arbeitsschritt soll dann der wenige Meter entfernte Werkstattbereich zwischen dem Luchs- und Przewalski-Pferde-Bereich abgerissen werden. Hennig: „Dann wird eine richtig große Fläche frei.“

Entstehen könnte dort eine neue, großzügige Anlage für die Vielfraße. Auch Stein- und Baummarder soll es langfristig wieder im Tierpark geben: Für die Steinmarder hätte Hennig gerne eine Bauernhof-WG in der Nähe des Eingangs. Weitere Mitbewohner könnten Schleiereulen und Mäuse sein.

Vielfraß-Oma Anna-Greta ist nicht nur wegen ihres Alters ein Beweis dafür, wie gut die Arbeit des Wisentgeheges ist. Sie sorgte auch dafür, dass in Springe eines der wenigen Vielfraß-Babys in einem deutschen Zoo oder Tierpark geboren wurde. Die Tiere sind bei der Familienplanung ausgesprochen wählerisch, weshalb sie ins Europäische Erhaltungszuchtprogramm aufgenommen worden sind.

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