Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Eklat bei Wahl von Museums-Chefin

Springe Eklat bei Wahl von Museums-Chefin

Zu einem Eklat ist es bei der Wahl der neuen Chefin des Museums auf dem Burghof gekommen: Auslöser war die überraschende Ankündigung des Historikers Olaf Grohmann aus Wennigsen, für die Nachfolge von Angelika Schwager zu kandidieren. Sein Konzept, das Haus zu professionalisieren, fiel durch. Grohmann spricht von einer "Farce".

Voriger Artikel
Nach Hochwasser: Springfeld dankt den Helfern
Nächster Artikel
Bahn-Sprinter S 51 entfällt im September - S 5 fährt nur jede Stunde

Im Museum auf dem Burghof hängt derzeit der Haussegen mächtig schief. Mischer

Springe. Der Museumsfachmann und Historiker Olaf Grohman war, wie er dieser Zeitung bestätigte, von Schwager gebeten worden, anzutreten und hatte das erst zwei Tage vor der Versammlung kundgetan. Das missfiel offenbar dem neuen Vorstand um die Vorsitzende Heide Dopheide, die mit 18 zu 10 Stimmen gewählt wurde. Dopheide und Schriftführerin Heidrun Karkosch wollten Grohmanns Kandidatur gar nicht erst zulassen. Über seinen erst kurz zuvor gestellten Mitgliedsantrag sei noch nicht entschieden worden, habe man ihm vor Ort mitgeteilt, sagte der Wennigser gestern.

Dass er dem Museum hätte helfen können, davon ist Grohmann überzeugt: Er kenne das Haus und dessen langjährige Chefin Angelika Schwager aus der gemeinsamen Arbeit in seinem Verein Netzwerk Industriegeschichte - aber auch aus der großen regionalen „Pottland“-Ausstellung mit historischen Töpferwaren, die er vor einigen Jahren maßgeblich mitgestaltete.

Das Springer Museum habe „viel Potenzial“, sagt Grohmann, der als Spezialist für Ausstellungs- und Museumsplanung arbeitet und zwei Firmen betreibt: Auch eine ehrenamtlich geführte Einrichtung müsse jedoch immer mehr Standards erfüllen - es gehe „ums Bewahren, ums Erforschen und Präsentieren“. Das neue Vorstandsteam wolle sich eher „auf die Kaffeestube und die Textilsammlung konzentrieren“.

Dass er bei der Abstimmung unterlegen ist, störe ihn nicht: „Das war eine gerechte demokratische Entscheidung.“ Problematischer ist für ihn die Art: „Eine Farce“ sei die Versammlung gewesen, es sei viel „mit Schlamm geworfen“ worden: „Wer wollte, hätte gute Chancen, das ganze Ergebnis anzufechten.“ Sein Ziel sei das allerdings nicht: „Ich muss das Amt nicht um jeden Preis haben. Ich bin auch so gut ausgelastet.“

Teilnehmer berichten, Schwager habe bei der Versammlung ihren Vorschlag verteidigt: Grohmann sei „die beste Lösung, denn das Haus braucht Kompetenz“. Daraufhin sei sie scharf angegriffen worden: Sie habe die Gegenkandidatur „inszeniert“, weil sie selbst keine Kraft mehr für ihr Amt gehabt hätte. „Frechheit“, soll Schwager gekontert haben.

Grohmann sieht bei der Zukunft des Museums auch die Stadt in der Pflicht: „Ich bin gespannt, wie sie sich positioniert.“

Die neue Vorsitzende Heidi Dopheide und Schriftführerin Heidrun Karkosch kündigten unterdessen eine Mitteilung zur Mitgliederversammlung an. Bei der Veranstaltung wollten sie sich noch nicht zu einem Konzept für die Zukunft des Museums äußern.

Von Christian Zett und Christoph Huppert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.