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Emotionale Klänge im Jagdschloss

Springe Emotionale Klänge im Jagdschloss

Wenn ausnahmsweise für Musiker der Vergleich mit den Fußball-Ligen erlaubt sei: Das Flex-Ensemble ist ziemlich eindeutig Champions League.

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Das Flex-Ensemble spielt auf höchstem Niveau.

Quelle: Voigtmann

Springe. Das wird nicht nur an der höchst emotionalen Spielweise der vier jungen Musiker deutlich, sondern bestätigt sich auch in der Anzahl der zahlreichen Auszeichnungen, die das erst vor etwa fünf Jahren gegründete Quartett vorzuweisen hat. Am Wochenende konnte sich das Springer Publikum davon im Jagdschloss überzeugen.

Eine steile Karriere, meinte Kulturkreis-Chef Hinrich Bergmeier bei seiner Begrüßung. Was sich dann im Kaisersaal an Musik entfaltete, war eine Bestätigung der Klasse dieses Ensembles. Zunächst erklangen die drei Sätze der „Phantasy für Klavierquartett in fis-Moll“ von Frank Bridge. Bridge war nicht nur Komponist, sondern auch Bratschist, Dirigent und Musiklehrer. Benjamin Britten war einer seiner Schüler.

Seine „Phantasy“ entstand im Jahr 1910. Bridge schrieb hauptsächlich Kammermusik und einige Orchesterwerke, anfangs in konventionellem Stil, im Laufe der Zeit wiesen seine Werke jedoch immer modernere Strukturen auf.

Das Klavierquartett in B-Dur von Camille Saint-Saëns wurde von den vier Musikern sehr lebhaft vorgetragen. Für die Streicher wechselten sich dabei Passagen mit ruhigem Bogenstrich mit dynamischen Pizzicato-Stellen ab. Außerdem erwies sich Saint-Saëns als Freund furioser Schlussakkorde. Das letzte Stück des Konzertes war das Klavierquartett g-Moll Opus 25 von Johannes Brahms. Ein Stück mit vielen Überraschungen, besonders sicherlich der vierte Satz „Rondo alla Zingares“, bei dem Brahms seine Musik in Harmonie, Dynamik und Klanggefühl im Stil der Roma-Musik komponierte. Ein Musikstil, den Brahms wohl liebte, denn er hat nicht nur einen Zyklus von „Zigeunerliedern“ komponiert, sondern mit den „Ungarischen Tänzen“ diese Musik voll Leidenschaft und Sehnsucht zu Papier gebracht.

Für das Flex-Ensemble mit der Japanerin Kana Sugimura an der Violine, der Polin Anna Szulc-Kapala mit der Bratsche, der Cellistin Martha Bijlsma aus Holland und dem albanischen Pianisten Endri Nini war die Programmauswahl genau richtig, denn es präsentierte die Kompositionen mit großem Engagement, mitreißender Dynamik, emotionaler Dichte sowie einer wahrnehmbaren Spielfreude. Für den lang anhaltenden Schlussapplaus schenken die Musiker den Besuchern noch den ruhigen dritten Satz aus dem einzigen Klavierquartett, das Robert Schumann schrieb.

Von Horst Voigtmann

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