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Facebook-Pöbler muss Strafe zahlen

Springe Facebook-Pöbler muss Strafe zahlen

Wegen Beleidigung des Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck musste sich jetzt ein 52-Jähriger vor Gericht verantworten. Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Mann hatte Beck via Facebook beschimpft.

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Eine Geldstrafe 52-Jähriger zahlen, der auf Facebook einen Politiker beschimpfte.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Springe. Springe. Als der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck im Dezember 2015 mit Blick auf die Flüchtlinge mahnte, religiöse Minderheiten zu achten - religiöse Bedürfnisse und Vorschriften zu akzeptieren - meldete sich im Internet ein Springer zu Wort. Der 52-jährige Mann äußerte sich via Facebook nicht nur zur politischen Meinung des Abgeordneten, sondern verstieg sich auch, mit Blick auf eine vermeintlich geringe Größe des Geschlechtsteils des Politikers, zu einer Beleidigung. Dafür musste er sich jetzt vor dem Springer Amtsgericht verantworten.

Beck hatte eine offene Haltung gegenüber religiösen Kopfbedeckungen, dem religiös begründeten Schächten von Tieren sowie der Beschneidung von Jungen gefordert. Daraufhin forderte der Springer auf seiner Facebook-Seite: „Gebt dem Abgeordneten ein Kopftuch.“ Wenn der Politiker nicht beschnitten sei, könne er geschächtet werden. Weiterhin bemerkte er: „Sein Pimmel [sei] so klein, dass das Beschneiden keinen Sinn ergibt.“

Vor Gericht rechtfertigte der Springer seinen Kommentar. Er habe zum Ausdruck bringen wollen, dass er etwas gegen das Schächten von Tieren und das Beschneiden von Jungen habe. Er selbst leide unter seiner eigenen Beschneidung.

Er habe den Abgeordneten nicht beleidigen wollen. „Hätte ich etwa großer Pimmel schreiben sollen?“, kommentierte er vor Gericht. Sein Verteidiger dagegen räumte ein, dass sein Mandant mit seinem Internet-Beitrag wohl „über das Ziel hinausgeschossen sei“.

Wegen der Beleidigung war gegen den 52-jährigen Familienvater zuvor ein Strafbefehl über 30 Tagessätze ergangen. Gegen dieses Urteil hatte der Mann Einspruch erhoben. Nun stellte das Gericht das Verfahren gegen den unter verschiedenen Erkrankungen leidenden Frührentner ein. Er bekam jedoch eine Geldauflage in Höhe von 120 Euro.

von Annegret Brinkmann-Thies

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