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Fehlalarme sollen teurer werden

Springe Fehlalarme sollen teurer werden

Für den Fehlalarm in einer Brandmeldeanlage, für den die Feuerwehr ausgerückt ist, berechnet die Stadt Springe derzeit 400 Euro. Diese Summe soll steigen, hieß es am Montagabend im Feuerschutzausschuss.

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Vor der Schaltzentrale: Kerstin Plöger vom Hagebaumarkt zeigt, wie die Brandmeldezentrale (BMZ) des Unternehmens an der Osttangente aussieht. Dort laufen alle Fäden der Brandmeldeanlage zusammen.

Quelle: Helmbrecht

Springe. Wenn eine Brandmeldeanlage Alarm geschlagen hat und die Feuerwehrleute ausrücken, obwohl gar nichts passiert ist, spricht die Feuerwehr von einem Fehlalarm. Das geschieht etwa 25 Mal im Jahr. Einen Teil der Kosten, die durch solche Einsätze entstehen, müssen die Besitzer der Brandmelder an die Stadt zahlen: 400 Euro sind das - noch. Die Summe wird jetzt neu berechnet. Und wird wohl steigen.

Brandmeldeanlagen sind, anders als die von Zuhause bekannten Rauchmelder, per Schaltkasten direkt mit der Feuerwehr verbunden. Installiert sind sie in großen Firmen- und öffentlichen Gebäuden, der Einbau ist oft gesetzlich vorgeschrieben. Und auch für den Fall eines Fehlalarms gibt es klare Vorschriften: Die Besitzer der Anlagen müssen zahlen.

Wie hoch der Kostenersatz ist, das regelt jede Kommune selbst. Die Satzung in Springe ist nach Einschätzung der Feuerwehr nicht mehr auf dem heutigen Stand - und die Summe zu niedrig. „Im Gegensatz zu anderen Kommunen in der Nachbarschaft sind die Kosten bei uns relativ gering angesetzt“, sagt Feuerwehrsprecher Torsten Baxmann. Tatsächlich würden die Kosten fürs Ausrücken der Wehr nicht wirklich abgedeckt.

Die Rechnungen für die Feuerwehreinsätze stellt die Verwaltung aus. Durch Fehlalarme aber auch technische Hilfeleistungen, die sich die Feuerwehr berechnen lassen darf, kommen alljährlich über 30 000 Euro in die Stadtkasse. Bisher spielen dabei die 400 Euro, die für Fehlalarme eingefordert werden, eine eher kleine Rolle. Eine Neukalkulation der Einsatzkosten könnte sich aber auch auf die Zahl der Fehlalarme selbst auswirken.

Den Schluss zumindest legt die Argumentation von Karsten Kohlmeyer nahe: „Die 400 Euro ein paar Mal zu bezahlen, das ist unter Umständen günstiger, als einen Wartungsvertrag mit einem Spezialisten für Brandmeldeanlagen abzuschließen“, ist er überzeugt.

Mit der Neukalkulation befasst sich jetzt eine der Arbeitsgruppe der Feuerwehr. Sie will ermitteln, welche Kosten und welcher Aufwand durch einen Fehlalarm tatsächlich entstehen. Die Überlegungen der Freiwilligen sollen die Grundlage für eine Neuregelung der Kostenersatzsatzung bilden.

Als „nicht mehr zeitgemäß“ bezeichnete Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe auch die Regeln zur Entschädigung der Ehrenbeamten. Demnach wurde die Geldsumme, die ehrenamtliche Funktionsträger für ihre Feuerwehrarbeit erhalten, einfach von D-Mark auf Euro-Beträge umgeschrieben. Tschöpe: „Das müssen wir anpassen.“ Dabei setze die Feuerwehr nicht auf eine „Maximalforderung“. Die Mitglieder des Feuerschutzausschusses begrüßten einhellig die Initiative der Ehrenamtlichen.

von Ralf T. Mischer

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