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Feuerwehr ignoriert Hochwasser-Notruf

Bennigsen Feuerwehr ignoriert Hochwasser-Notruf

Anwohner der Straße Grüne Aue üben jetzt Kritik am Hochwasser-Einsatz in Bennigsen: Obwohl sie angesichts der Wassermassen am 22. Juli den Notruf gewählt hättten, sei keine Hilfe gekommen. Die Feuerwehr räumte die Panne ein. "Im Eifer des Gefechts" seien Fehler passiert, sagte ein Sprecher.

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Helfer im Dauereinsatz: Sämtliche Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren kämpften am 22. Juli in Bennigsen mit den Wassermassen.
Feuerwehr

Quelle: Stefan Quentin

Bennigsen. Knapp drei Wochen nach dem Hochwasser schlägt das Thema in Bennigsen hohe Wellen. „Viele der Anwohner in der Grünen Aue sind sauer“, sagt Daniela Draschna-Calcada, die ebenfalls in der Straße wohnt. „Weder vonseiten der Stadt noch vonseiten der Feuerwehr gab es je ein Hilfsangebot“, kritisiert sie und ergänzt: „Wir haben selbst einen Notruf abgegeben, aber die Feuerwehr ist zu keinem Zeitpunkt bei uns vorstellig geworden. Auch am nächsten Tag nicht.“ Sie frage sich, wie es sein könne, dass Notrufe nicht beachtet würden.

Feuerwehrsprecher Stefan Quentin macht deutlich: „Das ist höchst ärgerlich und soll im Regelfall nicht passieren.“ Generell würden bei solch einer Großgefahrenlage die einzelnen Notrufe abgefahren und priorisiert. Dass bei dem Hochwasser am Abend des 22. Juli Notrufe durchgerutscht seien, sei im Eifer des Gefechts passiert. „Wenn wirklich eine Notlage besteht, müssen die Betroffenen bei vergleichbaren Situationen unbedingt ein weiteres Mal anrufen,“ so Quentin weiter.

An den darauffolgenden Tagen sei die Feuerwehr nur noch auf Anfrage ausgerückt. „Es ist nicht üblich und auch nicht leistbar, bei jedem Haushalt noch mal Halt zu machen und nachzufragen, ob alles in Ordnung sei“, macht Quentin deutlich.

Auch Bürgermeister Christian Springfeld sagt: „Die Stadt Springe kann nicht jedem Privathaushalt behilflich sein.“ Das gehe weit über die Kapazitäten der Stadt hinaus.

Am Tag nach der Hochwasserkatastrophe seien Mitglieder der Verwaltung und der Stadtentwässerung vor Ort gewesen, um sich ein Bild zu machen, danach sei niemand mehr an ihn herangetreten, um bestehende Probleme zu melden. „Springe hat auch keine Katastrophenhilfsstelle oder einen Fonds, aus dem die Stadt schöpfen könnte, um möglichen Geschädigten helfen zu können“, erklärt der Bürgermeister. Ein derartiger Fall trete auch nicht regelmäßig auf, sondern sei die Ausnahme. „Letztlich muss jeder selbst sein Eigentum schützen,“ so Springfeld weiter. Immerhin sei das Unglück in Bennigsen auch nicht mit dem Elbhochwasser von 2006 zu vergleichen.

Nichtsdestotrotz hätte sich Daniela Draschna-Calcada mehr Zuspruch gewünscht. „Wir haben uns mit der Situation allein gelassen gefühlt. Als Anwohner weiß man anfänglich nicht, wie man die Situation handhaben soll“, erklärt sie ihren Unmut. „Immerhin hat die Stadt auch genug Geld, das Rathaus neu zu gestalten. Dann sollten für solche Katastrophenfälle auch finanzielle Kapazitäten vorhanden sein.“

Christian Springfeld betont: „Ich bin gern zu Gesprächen bereit, allerdings muss ich informiert werden. Ich kann Probleme nicht erahnen.“

Von Sandra Hermes

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