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Feuerwehr richtet Hochwasser-Arbeitsgruppe ein

Bennigsen Feuerwehr richtet Hochwasser-Arbeitsgruppe ein

Nach den heftigen Regenfällen, die am Freitag zu Überschwemmungen führten, will die Feuerwehr nachbessern: Eine Arbeitsgruppe soll die Einsatzleitung künftig noch effektiver machen, kündigte Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe an. Unklar ist unterdessen, wie viel Niederschlag tatsächlich fiel und die Kanalisation lahmlegte.

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Die Feuerwehr war am Freitag im Dauereinsatz.

Quelle: Stefan Quentin

Bennigsen. Nach den heftigen Regenfällen, die am Freitagabend in Bennigsen zu Überschwemmungen geführt haben, ist unklar, wie viel Wasser genau fiel: Während der Deutsche Wetterdienst (DWD) von Regenmengen von maximal 40 Litern pro Quadratmeter ausgeht, berichten lokale Wetterbeobachter von bis zu 60 Litern. Der DWD, der seine Berechnung des Niederschlags mithilfe sogenannter Regenradars erstellt, spricht von 30 bis 35 Litern pro Quadratmeter, maximal 40 Litern, würde man einen Fehler in der Messung berücksichtigen. „Das ist schon eine ordentliche Menge“, sagt Christian Herold vom DWD.

Dieter Erdmann, Leiter des Städtischen Stadtentwässerungsdienstes, vertraut eher den Messungen der Bennigser, die mithilfe von klassischen Niederschlagsmessern durchgeführt worden sind: Ein Landwirt in Bennigsen sei auf 50 Liter pro Quadratmeter gekommen, an der Kläranlage seien 35 Liter gemessen worden. Ein Bennigser, der nördlich der Bahn wohne, habe an dem Abend sogar 60 Liter gemessen. „Ich halte es durchaus für wahrscheinlich, dass es im Ort eine regelrechte Spitze gegeben hat“, sagt er und sieht in den lokalen Messwerten keinen Widerspruch zu jenen des DWD. Zudem müsse neben der Regenmenge auch berücksichtigt werden, in welche Richtung das Wasser läuft.

Der Boden stoße bei solch starken Regenfällen binnen weniger Minuten rasch an seinen Aufnahmegrenzen, sagt Erdmann. Er schränkt aber ein: „Mit einer modernen Kanalisation wäre weniger passiert.“ Deshalb müsse der Weg hin zur Trennung von Schmutz- und Regenwasser konsequent weitergegangen werden. In Bennigsen sei der Umstieg aufs Trennsystem erst bei einem Teil des Leitungsnetzes vollzogen.

Einig ist man sich in Springe über den hervorragenden Einsatz der freiwilligen Feuerwehr. „Die Zusammenarbeit hat sehr gut geklappt“, lobt Feuerwehrsprecher Stefan Quentin. In der Kernstadt haben die Helfer eine sogenannte Elo eingerichtete, eine Einheit, die dem Einsatzleiter als Unterstützungseinheit dient. Die Elo führt den Funkverkehr sowie die Lagekarte und dokumentiert in einem Tagebuch wichtige Maßnahmen oder Ereignisse, die an der Einsatzstelle passieren. In Bennigsen wurde zudem eine Abschnittsleitung eingerichtet.

„Diese Strukturen, die in Springe nur rudimentär vorhanden sind, müssen ausgebaut werden“, sagt Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe. „Ich bin sehr zufrieden mit den Kameraden, sie waren sehr engagiert und sehr ruhig. Aber natürlich geht es immer besser.“ Aus diesem Grund möchte er jetzt eine Arbeitsgruppe ins Leben rufen, die von Stefan Quentin geleitet werden soll, um die Strukturen einer Einsatzleitung im Ort zu verbessern.

„Die Einsatzleitung muss eine Übersicht darüber haben, welcher Einsatz Priorität hat oder welcher schon abgeschlossen ist“, erklärt Tschöpe. Auch die Freiwilligen sollten im Auge behalten werden, um zu wissen, welcher Helfer wie lange in Aktion ist und wo gegebenenfalls das Personal ausgetauscht werden kann.

Freibad wieder in Betrieb

Seit Sonntag hat auch das Freibad Bennigsen wieder geöffnet. „Es stand alles unter Wasser“, sagt Freibad-Chefin Martina Riemer. Am Freitag arbeitete das Team daran, den Schlamm vom großen Becken fernzuhalten. Im Planschbecken habe sich allerdings durch den Wasserdruck eine Folie gelöst, die jetzt repariert werden muss.

von Ralf-Thomas Mischer und Saskia Helmbrecht

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