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Feuerwehren üben Großeinsatz

Springe Feuerwehren üben Großeinsatz

125 Feuerwehrleute, mehr als zwei Kilometer Schlauch und einige Liter Schweiß - das sind die Fakten zu einer Großübung, die am Sonnabend die Idylle auf dem Rittergut Bockerode einen Vormittag lang störte. Das Szenario war ernst: In einer brennenden Scheune wurden zwei Mädchen vermisst.

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„Voraussetzungen vor Ort zu besonders“: Die Feuerwehr will für das Gut Bockerode einen speziellen Alarmplan erstellen.

Quelle: Hempelmann

Mittelrode. Die Feuerwehrleute mussten sich also nicht nur auf ein brennendes Gebäude einstellen, sondern auch auf die Rettung von Menschen: Die Mädchen hatten vermutlich in der Scheune, in der Weizen lagert, gespielt. Im Dachbereich war das Feuer bereits erkennbar, es gab eine starke Rauchentwicklung.

Neben den Freiwilligen Feuerwehren des Stützpunktes Eldagsen, also Alferde, Boitzum, Holtensen, Mittelrode und natürlich Eldagsen selbst, waren die Wehren aus Bennigsen und Springe alarmiert, um den besonderen Übungsanforderungen gerecht zu werden.

„Das Besondere dieser Übung ist, dass Bockerode über keinen Hydrantenanschluss verfügt“, erläuterte Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe, der die Übung ausgearbeitet hatte. Einsatzleiter Andreas Meyer, der im Team mit drei Einsatzabschnittsleitern den Ablauf der Übung koordinierte, erklärte: „Die Wasserförderung wird von der Hallermühle über 1,3 Kilometer mit einer B-Leitung über die Hallermühler Straße und dann über einen Feldweg durch das Bockeroder Holz zum Rittergut verlegt. Dazu werden aufgrund der weiten Entfernung drei Pumpen benötigt.“

Im Ernstfall, so ergänzte Meyer, müsste aber etwa die dreifache Menge an Schläuchen verlegt werden, um der Lage Herr zu werden.

Die Übung sollte außerdem dazu dienen, die Ortskenntnise der freiwillige Helfer auf dem Gutsgelände zu verbessern und die Verwendung der erst kürzlich neu vergebenen Funkrufnamen zu festigen.

Friedrich Henkels, Hausherr von Bockerode, erinnerte sich, dass die letzte Großübung auf dem Gut in den neunziger Jahren stattgefunden hatte. Die Ortsfeuerwehr Mittelrode, so sagte er, übt aber regelmäßig auf dem Gelände. „Angesichts eines solchen Szenarios, das zeigt, wie viel Manpower und Technik nötig ist, um einen Großbrand unter Kontrolle zu bekommen, entwickelt man einen ganz anderen Blick auf die Sparideen der Politik“, stellte Henkels fest.

Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe kündigte in seinem abschließenden Fazit zur Übung, die von Stadtbürgermeister Christian Springfeld, Brandabschnittsleiter Eric Pahlke und Carsten Prelle von der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Ronnenberg mit großem Interesse begleitet wurde, an, dass für Gut Bockerode ein spezieller Objektalarmplan erstellt werden muss. „Die Voraussetzungen sind hier vor Ort einfach zu besonders“, so Tschöpe. In der kommenden Woche werde es zudem eine detaillierte Nachbesprechung geben.

Von Simone Hempelmann

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