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Flüchtlinge: Stadt schafft die Quote nicht

Springe Flüchtlinge: Stadt schafft die Quote nicht

Bis Ende März soll die Stadt Springe eigentlich noch weitere 230 Flüchtlinge aufnehmen. Doch im Rathaus wird bezweifelt, dass die Quote zu schaffen ist. Selbst wenn im März die ersten Menschen in das ehemalige Krankenhaus ziehen sollten.

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Im März sollen die ersten Flüchtlinge in das ehemaligen Krankenhaus einziehen. Die Zahl der Bewohner kann die Stadt zu 50 Prozent auf ihre Quote anrechnen.

Quelle: Zimmer

Springe. „Wir schaffen das“, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wie schwierig dieses Motto jedoch in der Praxis umzusetzen ist, zeigt sich in Springe. „Die Lage ist angespannt“, sagt der städtische Sozialamtsleiter Karl-Hermann Heinze. Mehr als 500 Flüchtlinge leben derzeit in Springe und den Ortsteilen. In der Kernstadt sind rund 400 Personen untergebracht, weitere 100 Menschen leben in den Ortsteilen. Eigentlich sollen zum Ende des ersten Quartals noch 347 weitere Flüchtlinge aufgenommen werden, doch Heinze glaubt, dass dieses Soll nicht erfüllt werden kann. Denn momentan liegt die Zahl bei gerade einmal 113 Personen.

Den Grund für dieses schlechte Ergebnis sieht Heinze zumindest teils in der schwierigen Unterbringungssituation. „Wir haben zwar noch einige Wohnungen zur Verfügung, aber das reicht niemals für 230 Menschen.“ Springe ist aber zumindest nicht die einzige Stadt, die mit den Aufnahmezahlen zu kämpfen habe, so der Sozialamtschef. „Auch andere Städte und Kommunen haben Probleme.“

Darauf habe die Region reagiert und einen Antrag gestellt, die Quote zu verringern und so die Kommunen zu entlasten. „Die Quote werden wir zwar irgendwann erfüllen, aber ganz sicher nicht mehr im März“, ist sich Heinze sicher. Er hoffe jedoch, dass die rund 300 Flüchtlinge, die voraussichtlich im kommenden Monat ins ehemalige Springer Krankenhaus einziehen, auf die Quote angerechnet werden - allerdings nur zu 50 Prozent. Springe plane jetzt mit dieser Aussage. Ursprünglich war von 100 Prozent die Rede.

Doch ein Problem bleibt bestehen: Es fehlt Wohnraum für die Neuankömmlinge. Rund 50 Wohnungen hat die Stadt derzeit für die Asylbewerber angemietet, aber die Zahl freier Wohnungen werde immer geringer. „Wegen der aktuell hohen Zuweisungsquoten wird zukünftig keine dezentrale Unterbringung in Wohnungen in dem Ausmaß wie bisher möglich sein“, so die Einschätzung der städtischen Flüchtlingsbeauftragten, Ursula Trommer-Kassir. Auch Fachbereichsleiter Clemens Gebauer warnte vor Kurzem, der Druck auf dem Mietmarkt werde zu hoch.

Unklar ist derzeit, ob einige der Flüchtlinge, die im ehemaligen Krankenhaus unterkommen, auch in Springe bleiben oder weiter verteilt werden. Die Unterkunft im früheren Pflegeheim Roddau, die vor etwa einem Monat in Betrieb genommen wurde, ist mit 75 Bewohnern komplett ausgelastet.

von Saskia Helmbrecht

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