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Flüchtlinge: Wohnungen reichen nicht mehr

Springe Flüchtlinge: Wohnungen reichen nicht mehr

Lange war die Stadt stolz: Während andere Kommunen Container mieteten oder Turnhallen belegten, schaffte es Springe, alle Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen. Doch jetzt wird klar: Es wird nicht reichen.

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Das frühere Pflegeheim Roddau: Hier sollen in etwa drei Wochen die ersten Flüchtlinge einziehen.

Quelle: Zett

Springe. Jetzt tritt Plan B in Kraft: Vom neuen Besitzer des ehemaligen Pflegeheims Roddau will die Stadt die Immobilie mit zunächst 75 Plätzen mieten - inklusive der Betreuung und Verpflegung der Flüchtlinge. Die Verhandlungen, bestätigte gestern Rathauschef Gerd-Dieter Walter, stünden kurz vor dem Abschluss.

Dass das seit einigen Wochen nach einer Insolvenz geschlossene Heim als Unterkunft im Gespräch ist, ist seit einigen Wochen bekannt. Doch damals hatte die Stadt Schwierigkeiten, über die Insolvenzmasse an das Gebäude zu kommen: „Wir hätten es auch gekauft“, sagt Walter. Stattdessen schlug ein Unternehmen zu, das sich laut Stadt auf den Ankauf und den Betrieb von Flüchtlingsunterkünften spezialisiert hat. Von dem, so der Plan, will die Stadt die Immobilie jetzt wiederum mieten. Und bekommt als Teil des Deals auch die Betreuung und Verpflegung der Flüchtlinge.

Walter rechnet zunächst mit 75 Plätzen, die in der Einrichtung belegt werden - nach und nach, voraussichtlich ab 4. Januar. Dass das langfristig nicht reicht, kann man sich einfach ausrechnen: Nach 400 Flüchtlingen in diesem Jahr gehen die Verantwortlichen für 2016 von einer Verdoppelung der Quote aus. Soll heißen: Springe müsste dann bis zu 800 Menschen unterbringen.

Dann reicht weder die auf bis zu 130 Plätze ausbaubare Kapazität des Pflegeheims. Noch die Anrechnung einer noch nicht offiziell beschlossenen Unterkunft im ehemaligen Krankenhaus. Denn die will das Land als Entlastung für Erstaufnahmestellen einrichten. Die Stadt bekommt dann die Hälfte der dortigen Plätze auf ihre eigene Quote angerechnet. Inzwischen gehen die Planer fürs Krankenhaus-Gebäude offenbar von 360 Flüchtlingen aus - zuletzt war von 270 Plätzen die Rede. Die Unterzeichnung des Vertrags zwischen Land und Region soll in den kommenden Tagen erfolgen.

Wie also plant die Stadt weiter? Ein weiteres Gebäude, das sich so eignet wie das Pflegeheim, ist nicht in Sicht. Bevor aber Turnhallen zweckentfremdet werden, will Walter weitere Optionen prüfen. Wohncontainer sind momentan heiß begehrt - und entsprechend teuer. Die Stadt hat aber bereits die Fühler ausgestreckt: „Firmen entwickeln schon Alternativen - etwa eine Art gehobenere Gartenlaube.“ Ebenfalls infrage kommt eine Sammelbestellung von Containern, die mehrere Kommunen gemeinsam über die Region abwickeln könnten. Doch die Anschaffung alleine reicht nicht: Auch die Standortfrage beschäftigt die Stadt: „Man braucht nicht nur befestigten Boden, sondern auch entsprechende Anschlüsse für Wasser, Strom und Abwasser.“

von Christian Zett

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