Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Fremde Seelen, dichter Wald

Völksen Fremde Seelen, dichter Wald

„Ich bin kein Kind mehr“, ruft eine junge Darstellerin in historischer Kleidung und wirft ihr Spielzeug weg. Eine andere mimt eine junge Frau, die ziellos und scheinbar betrunken umher läuft.

Voriger Artikel
Gewürgt und gepackt
Nächster Artikel
„Das möchte ich machen, bis ich 70 bin“

Schmollt: Darstellerin der Irina, eine der „Drei Schwestern“.

Völksen. Unter dem Motto „Fremde Seelen, dichter Wald“ ist der Park des Hermannshofs zu einer Bühne mit grandioser Kulisse für verschiedene Frauenfiguren aus Werken von Anton Tschechow (1860-1904) geworden. Studierende der Hochschule Hannover aus den Fachbereichen Szenografie und Kostümbild zeigten, wie sie die Charaktere des russischen Dichters interpretieren.

„Es geht um Wandellust“, hatte Eckhart Liss, Geschäftsführer vom Hermannshof den Besuchern zur Begrüßung versprochen. Und so schlenderten und wandelten die Gäste durch den Landschaftpark und trafen auf einige Figuren aus den tschechowschen Werken wie „Die Möwe“, „Drei Schwestern“, „Der Kirschgarten“ und „Ivanov“.

Die Studentin Amelie Müller etwa hatte sich intensiv mit Olga, der Ältesten der „Drei Schwestern“, beschäftigt. „Olga leidet sehr viel“, erklärte Müller. Ihre Figur, dargestellt von Agnes Storch, sitzt schwer aufgestützt an einem Tisch unter Bäumen und seufzt von Zeit zu Zeit tief auf. Sie trägt historische Kleidung und scheint einem anderen Jahrhundert entsprungen. Für die Studierenden waren die Installationen zugleich der Abschluss ihrer Semesterarbeiten.

Wenige Meter daneben rekelt sich Arkadina, verkörpert von Heike Sobioch. Diese Frauenfigur aus Tschechows „Die Möwe“ scheint die vielen Besucher der Veranstaltung, die sich ihr neugierig nähern, gar nicht wahrzunehmen, als Schauspielerin ist sie viel mehr mit sich und ihrer Eitelkeit beschäftigt. Aber nicht nur lebende Installationen erlebten die Besucher bei dieser bühnenreifen Veranstaltung. Studierende des Bereichs Szenografie hatten verschiedene Momentaufnahmen aus den Tschechow-Stücken auf Miniaturmodellen nachgebaut, die im Teepavillon und im Haus im Park zum Zuschauen luden. Die Studierende Elena Dörnemann etwa zeigte auf ihrer kleinen Bühne eine Szene aus „Ivanov“. „Das Stück ist mein persönliches Lieblingsstück“, verrät sie. Mit dem Bühnenelement von schwarzem Wasser gibt sie der depressiven Stimmung des Dramas gekonnt Ausdruck.

Und so stand an diesem Abend mit einem Kaleidoskop lebendiger Figuren und Szenen in Pappe und Holz fixiert ein quasi ein komplett neu arrangiertes Stück in Tschechwowscher Manier auf dem Spielplan des Völksener Hermannshofs, das präsentieren zu können, sei einfach wunderbar, sagte Müller.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Annegret Brinkmann-Thies

Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.