Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Generalverdacht ?oder berechtigte Sorgen?

Springe Generalverdacht ?oder berechtigte Sorgen?

300 Flüchtlinge sollen in den nächsten Wochen in der Notunterkunft im ehemaligen Springer Krankenhaus aufgenommen werden. Gestern Abend hatte das Land zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Voriger Artikel
Rückblick der Wehr ist positiv
Nächster Artikel
Eldagsen profitiert vom Flüchtlingszuzug

Rund 150 Springer sind der Einladung zur Informationsveranstaltung über die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Krankenhaus gefolgt. Colic (2)

Springe. 300 Flüchtlinge sollen in den nächsten Wochen in der Notunterkunft im ehemaligen Springer Krankenhaus aufgenommen werden. Gestern Abend hatte das Land zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Deutlich dabei wurden die Ängste, die einige Bürger bewegen, die die Gymnasiasten und Altenheimbewohner geschützt wissen wollen. Doch Schutz wovor? Vor Asylbewerbern, die „dankbar sind, einen Platz zum Schlafen und drei Mahlzeiten täglich zu bekommen“, wie Thorsten Rademaker vom DRK Region Hannover erklärte?

Das sind die Fakten: Ende Januar oder Anfang Februar sollen die ersten 100 bis 120 Flüchtlinge in der Notunterkunft aufgenommen werden; maximal 300 sollen es insgesamt werden, erläuterte Benjamin Goltsche vom Innenministerium. Dort sollen die Menschen zwei bis drei Monate bleiben, ärztlich versorgt und dann auf Kommunen in Niedersachsen weiterverteilt werden. In dieser Zeit besteht kein Anspruch auf einen Kita- oder Schulbesuch. Für den Betrieb hat das Land einen Vertrag mit dem DRK abgeschlossen. Maximal 15 Hauptamtliche des Roten Kreuzes sollen in der Einrichtung zum Einsatz kommen, ein Sicherheitsdienst soll rund um die Ort präsent sein.

Wer da kommt, ob Familien oder alleinreisende Männer, konnte Christine Möricke-Abifade von der Landesaufnahmebehörde (LAB) Niedersachsen nicht sagen: „Die Menschen werden nicht vorsortiert.“

Ratsfrau Sabine Schiepanski (parteilos) verwies auf die Probleme in einer der größten Noteinrichtungen, die das DRK betreibt, das ehemalige Oststadtkrankenhaus in Hannover, und warnte vor falscher Rücksichtnahme: „Wir werden uns die Gleichberechtigung nicht nehmen lassen.“ In eine ähnliche Richtung gingen die Äußerungen eines Anwohners des Burgbergs, in direkter Nachbarschaft zur Einrichtung gelegen. Er wies auf die Übergriffe in der Silvesternacht hin und forderte den Schutz von Altenheimbewohnern und -mitarbeiterinnen sowie den Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums. Möricke-Abifade warnte vor einem Generalverdacht: „Diese Menschen warten nicht darauf, andere überfallen zu können.“ Christian Krone, Leiter des Springer Polizeikommissariats, bat um einen Vertrauensvorschuss für sich und seine Kollegen: „Wir werden die Situation sehr genau beobachten.“ Er wolle nichts schönreden, aber die Sicherheit in der Stadt, so sein Gefühl, sei nicht in Gefahr.

Aber es gab auch die Stimmen - und diese nicht in der Minderheit - die wissen wollten, wie sie helfen können, damit die Flüchtlinge sich hier willkommen fühlen. Denn, so Ulrike Hoffmann-Bürrig vom Nachbarschaftsladen Doppelpunkt: „Die ersten Schritte in einem neuen Land sind die wichtigsten.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.