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Geprellt um Playmobil-Porsche

Springe Geprellt um Playmobil-Porsche

Die Liste ist lang: Einen Playmobil-Porsche, zwei Lampen, ein Laptop und ein Smartphone soll ein 37-jähriger Springer bei einem Internet­auktionshaus angeboten und dafür Geld kassiert haben - verschickt hat er die Ware aber nie.

Springe. Vor dem Springer Amtsgericht ist der Mann gestern zu einer Geldstrafe von insgesamt 900 Euro verurteilt worden.

Bereits im Juni hatte sich der Mann für einen Teil dieser Taten vor Gericht verantworten müssen. Damals verhängte Richterin Mandy Urbschat eine Geldstrafe von 550 Euro. Schon bei der ersten Verhandlung war klar, dass dem Mann noch weitere Betrügereien zur Last gelegt werden. Nun bekam der Springer für die insgesamt fünf Betrugsfälle eine sogenannte Gesamtstrafe von 900 Euro.

Im Juni hatte sich der 37-Jährige noch in Erklärungen versucht und berichtet, die Waren sehr wohl verschickt zu haben. Angebliche Sendungsnummern habe er aber von seinem Handy gelöscht, berichtete er.

Gestern schwieg der Angeklagte beharrlich. Richterin Urbschat konnte aber die Erklärung eines geprellten Käufers verlesen. So hatte der Zeuge im Dezember letzten Jahres auf eine Lampe geboten, die der Springer bei einer Auktion im Internet eingestellt hatte.

Der Interessent war überboten worden, erhielt aber von dem Angeklagten kurz darauf die Mitteilung, dass er das gleiche Produkt noch einmal vorrätig habe und - gegen Vorkasse - direkt versenden könne. Der Abschluss des Kaufvertrags kam zustande. Auf die Lampe wartete der Käufer indes vergeblich.

Er habe sich die Bewertungen des Anbieters beim Internetauktionshaus angeschaut, sie seien positiv gewesen, hatte der Betrogene der Polizei gegenüber noch erklärt. Inzwischen soll sich auch das Bewertungsprofil des Angeklagten deutlich verschlechtert haben.

Dass sowohl der Käufer der Lampe als auch jener, der ein Playmobil-Porsche-Modell für rund 27 Euro ersteigert hatte, die Waren bezahlt und das Geld an den Angeklagten überwiesen haben, belegen Quittungsbelege.

Sie habe auch keinerlei Zweifel, dass der Angeklagte die Betrügereien tatsächlich begangen habe, erklärte Richterin Urbschat in ihrer Urteilsbegründung. „Daran ändert auch Ihr Schweigen nichts“, sagte sie zu dem Angeklagten. Und warnte ihn zugleich: Bei weiteren Anklagen wegen Internetbetrugs könne ein gewerbsmäßiges Handeln angeklagt werden. Würde der Springer dann verurteilt, drohe ihm eine erheblich empfindlichere Strafe, so die Richterin weiter.

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