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Land lehnt Tempo-30-Zone ab

Gestorf Land lehnt Tempo-30-Zone ab

Der Traum von einer ruhigeren Ortsdurchfahrt ist geplatzt: Gestorf bekommt keine Tempo-30-Zone auf der Landesstraße Richtung Pattensen. Das gab Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies bekannt. Er rechtfertigte die Absage damit, dass die Straße nicht die erforderliche Grenze der Lärmbelastung überschreite.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Gestorf. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies winkt ab: Er sieht keine Möglichkeit, den Gestorfer Wunsch nach einer Tempo-30-Beschränkung auf der Landesstraße Richtung Pattensen erfüllen zu können. Die Stadt Springe dürfe sich aber gern noch einmal mit dem Anliegen befassen, teilt er mit.

Nicht nur die Unfallkreuzung beschäftigt die Gestorfer schon lange - sie wünschen sich auch eine ruhigere Ortsdurchfahrt. Am liebsten wäre Politik und Bürgern, wenn der Jahrzehnte alte Traum einer Umgehungsstraße wahr wird. Doch auch das Trostpflaster Tempo 30 wird es aus Sicht des Landes nicht geben.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Gabriela Kohlenberg hatte Lies vor zwei Monaten schriftlich gebeten, sich mit der „verkehrlichen Situation in der Ortslage Gestorf im Zuge der Landesstraße 422“ zu befassen.

Jetzt liegt Lies’ Antwort vor, sie füllt allein zum Punkt „Calenberger Straße in Gestorf - Tempo 30“ eine ganze Seite. Der Wirtschaftsminister führt darin die Bedingungen für Verkehrsbeschränkungen aus und betont: Landesstraßen sind „klassifiziert“, das „Interesse des fließenden Verkehrs“ habe dort besonderes Gewicht. Denn: „Diese Straßen können ihre Aufgabe, dichten Verkehr auch über längere Entfernungen zügig zu ermöglichen und das übrige Straßennetz zu entlasten, nur erfüllen, wenn möglichst wenig Verkehrsbeschränkungen vorhanden sind.“

Bei der letzten Großuntersuchung im Jahr 2010 wurden auf der L460 in Richtung B3 (Calenberger Straße) 5700 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Auf der L422 in Richtung Pattensen (Hannoversche Straße) waren es 2100 Fahrzeuge in 24 Stunden. Bei einer Verkehrsbelastung in dieser Größenordnung werden die Lärmschutz-Richtlinien sehr wahrscheinlich nicht überschritten, schreibt Lies. Und weiter: „Da auch keine weiteren sachlichen Gründe für eine Verkehrsbeschränkung in der Ortschaft ersichtlich sind, wird keine Möglichkeit für eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 gesehen.“

Auf einem 300 Meter langen Teilstück der Calenberger Straße, kurz vor dem Ortsausgang, mussten Auto- und Lastwagenfahrer ihre Geschwindigkeit vor vier Jahren sogar auf 10 Stundenkilometer drosseln: Die Landesstraße war damals in einem so desolaten Zustand, dass das Land zu dieser Schutzmaßnahme griff. Das Teilstück ist längst saniert, es gilt wieder Tempo 50.

Von Marita Scheffler und Christian Zett

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