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Gestorf fürchtet um den Erhalt der Grundschule

Gestorf Gestorf fürchtet um den Erhalt der Grundschule

Der Ortsrat Gestorf und der Elternförderverein fürchten um den Erhalt ihrer Grundschule. Der Ortsrat will deshalb einer Initiative den Rücken stärken, die sich für eine Betreuung der Schüler nach dem Unterricht durch eine Tagesmutter einsetzt.

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Die Grundschule Gestorf steht vor einer ungewissen Zukunft. Schuld ist die fehlende Ganztagsbetreuung, sagt der Förderverein. 

Quelle: Brinkmann-Thies

Springe. Ortsbürgermeister Eberhard Brezski (SPD) hatte die Tagesordnung der Ortsratssitzung am Mittwochabend um den Punkt „Grundschule“ erweitert. Hintergrund ist eine Passage im „Konzept zur Entwicklung des Aufgabenkreises Kindertagesstätten“, der im letzten Sozial- und Jugendausschuss als Entwurf vorgestellt worden ist. Dort wird die Gestorfer Schule indirekt als Auslaufmodell beschrieben. „Ich bin ziemlich angefressen“, ärgerte sich Brezski in der Sitzung. „Wir sind keine Ganztagsschule, aber wir sind nicht aktuell auslaufend.“

Konkret heißt es dazu in dem Konzept unter dem Punkt „Nachschulische Betreuung“: „Alle Schulen in Springe (außer den aktuell auslaufenden) sind Ganztagsschulen.“ Die Grundschule im Harbergort jedoch ist keine Ganztagsschule. Erstmals musste dort in diesem Schuljahr eine Kombiklasse eingerichtet werden, weil es nur fünf Erstklässler gibt. Einen Grund für die schwachen Einschulungszahlen sieht der Elternförderverein in der fehlenden nachschulischen Betreuung im Harbergort, Eltern würden ihre Kinder in benachbarten Schulen anmelden, um Beruf und Familie vereinbaren zu können.

Der Förderverein hatte eine Initiative gestartet, um eine Betreuung durch eine Tagesmutter in einer eigens angemieteten Wohnung zu gewährleisten. Dieses Projekt war aber schon während der eigentlich vielversprechenden Vorlaufzeit versandet. Es habe ein konstruktives Gespräch gegeben, unter anderem mit Vertretern der Verwaltung, berichtete Susanne Estorf, zu dieser Zeit noch Vorsitzende des Elternfördervereins. Als es dann jedoch kurz darauf hieß, die Stadt könne keine Zuschüsse gewähren, weil es freie Betreuungskapazitäten in den benachbarten Schulorten gebe, zeigte sie sich enttäuscht. Ortsbürgermeister Brezski drückte es so aus: „Das ist der Versuch der Schließung der Schule durch die Hintertür. Das mache ich nicht mit.“ Der Ortsrat fordert die Stadtverwaltung daher auf, die Initiative der Eltern zur Ganztagsbetreuung der Schüler durch eine Tagesmutter sehr wohlwollend zu prüfen.

Wie sich die Schülerzahlen in Gestorf künftig entwickeln könnten, darüber gab Schulleiterin Martina Rücker in einer Sitzungsunterbrechung Auskunft. Zwar könnten im kommenden Schuljahr wahrscheinlich 18 Mädchen und Jungen in die erste Klasse eingeschult werden, allerdings werde es vermutlich im Schuljahr 2017/18 erneut sehr wenige Abc-Schützen geben. Und damit müsse dann wohl die nächste Kombiklasse eingerichtet werden.

Von Annegret Brinkmann-Thies

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