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Gewürgt und gepackt

Völksen Gewürgt und gepackt

Er hat seine schwangere Freundin gewürgt und so fest gepackt, dass die 27-jährige Völksenerin noch eine Woche Schmerzen hatte: Wegen Körperverletzung ist gestern ein 35-jähriger Hannoveraner vor dem Springer Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro verurteilt worden.

Völksen. Anschaulich schilderte die junge Frau die Ereignisse in einer Nacht im vergangenen Herbst. Es habe schon länger in der Beziehung gekriselt; die werdende Mutter befürchtete, ihr Partner sei ihr untreu. Als der in den frühen Morgenstunden des 18. Oktobers in die gemeinsame Wohnung in Völksen zurückkehrte, legte er sich sofort ins Bett. Die 27-Jährige wollte das Handy ihres Exfreundes überprüfen und nahm es vom Nachttisch des Mannes an sich. Daraufhin sei er aufgestanden und habe sie am Hals gewürgt, berichtete die junge Frau in ihrer Zeugenaussage. Sie sei immer weiter zurückgewichen, bis sich die beiden schließlich im Wohnzimmer gegenüberstanden. Während sie das Handy hinter ihrem Rücken verbarg, packte ihr damaliger Partner sie an Arm und Schulter und drückte so fest zu, dass die Hämatome noch Tage nach der Tat sichtbar waren.

Schließlich gab sie das Smart­phone heraus. Daraufhin habe ihr Exfreund sie auf das Übelste beschimpft. So soll er unter anderem gesagt haben: „Es wäre besser, du wärst tot“ und „So jemand wie du sollte keine Kinder haben“. Schon davor habe er zu ihr gesagt, sie solle das Kind „wegmachen lassen“.

Nach dem Streit hatte die junge Frau zunächst ein paar Tage verstreichen lassen, bis sie Anzeige erstattete. „Ich habe mir von ihm einreden lassen, ich sei Schuld an den Misshandlungen“, sagte sie. Erst als ihr eigener Vater die auffälligen Hämatome bemerkte und sie ermunterte, zur Polizei zu gehen, sei sie für diesen Schritt stark genug gewesen.

Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger plädierte jedoch für einen Freispruch. Sein Mandant habe das Recht gehabt, sich sein eigenes Handy zurückzuholen.

Das sah die Strafrichterin Mandy Urbschat jedoch anders. Das sei kein Rechtfertigungsgrund für die Körperverletzung. Strafschärfend wertete sie die Attacke auf eine Schwangere.

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