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Gleisüberquerer: Polizei will rigoros kontrollieren

Springe Gleisüberquerer: Polizei will rigoros kontrollieren

Die Bundespolizei will rigoros gegen Schüler und junge Erwachsene vorgehen, die morgens am Bahnhof über die Schienen laufen. Nachdem es am Dienstag beinahe zu einem Unfall gekommen ist, kündigte die Polizei verstärkte Kontrollen an.

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Eine S-Bahn fährt in den Springer Bahnhof ein: Dabei war es am Dienstagmorgen zu einer gefährlichen Situation gekommen.

Quelle: Mischer

Springe. Das Problem ist seit Jahren bekannt: Wenn morgens um kurz nach halb sieben Hunderte von Berufsschülern aus Hannover am Springer Bahnhof ankommen, dann wird es eng im Fußgängertunnel. Einige wollen nicht warten - und überqueren rasch das vorderste Gleis, um zum Bahnhofsvorplatz zu kommen. „Da geht es manchmal einfach nur darum, als erster in der Schlange am Kiosk zu stehen“, sagt Detlef Lenger von der Bundespolizei.

Er kennt die Situation am Bahnhof schon seit Jahren. Und er kennt den Vorfall, der am Dienstag für Aufregung sorgte: Zehn bis zwölf junge Menschen hätten demnach das erste Gleis überquert. In dem Moment sei jedoch die leicht verspätete S-Bahn aus Hameln um die Kurve gebogen. „Der Fahrer musste ein Warnsignal abgeben und bremsen“, sagt Lenger. Ein Polizeikollege in Zivil, der die Situation beobachtete, „hat die Augen zugemacht, weil er dachte: Jetzt kracht es.“

Niemand dürfe sich auf den Fahrplan verlassen und beim Überqueren der Gleise denken: Es kommt ja kein Zug, warnt Lenger. Nicht nur Verspätungen könne man kaum einrechnen - auch Güterzüge nutzen die Strecke durch Springe.

Zudem hat sich die Gefahr in den vergangenen Jahren noch einmal verschärft. „Früher gab es in Springe noch einen Fahrdienstleiter, der die Züge bremsen konnte. Aber heute ist das alles automatisiert“, sagt Lenger.

„Die Zugführer haben ihre Zeitvorgaben. Und wenn sie ein grünes Signal bekommen, gehen sie davon aus, dass die Strecke frei ist.“

Die Polizei zieht in jedem Fall Konsequenzen: Sie will stärker kontrollieren und jedem, den sie erwischt, ein Bußgeld von 25 Euro ausstellen. Bei wiederholten Verstößen könne die Summe auch höher ausfallen, sagt Lenger. Und: Wer mit seinem Gleislauf dafür sorgt, dass ein Zug warnen, bremsen oder gar stoppen muss, dem drohe gar ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr.

Bei der BBS ist das Problem grundsätzlich bekannt. Ob im aktuellen Fall tatsächlich dessen Schüler den Verstoß begangen haben, ist aus Sicht von Schulleiter Michael Krampe nicht eindeutig geklärt: „Die Bundespolizei hat mir gesagt, sie will in den nächsten Tagen noch einmal genau hinschauen.“ Aus Sicht der Schule ist es nicht ganz einfach, über die Jahre ein Bewusstsein für die Gefahr aufzubauen: „Wir haben immer wieder Hunderte neuer Schüler, die das Problem offenbar noch nicht so kennen“, sagt Krampe. Er setzt auf die regelmäßige Aufklärung gemeinsam mit der Bundespolizei.

Als disziplinarische Maßnahme zieht er die Entziehung der Fahrkarten in Betracht. Doch bislang hat die Schule diesen Schritt noch nicht umgesetzt: „Schüler mussten ihre Karten bisher nur abgeben, wenn sie aus anderen Gründen für mehrere Wochen vom Unterricht ausgeschlossen waren“, sagt Krampe.

von Christian Zett

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