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Härtel setzt auf Schneeball-Effekt

Springe Härtel setzt auf Schneeball-Effekt

Sie will die Stadt fit machen für den Klimaschutz, die Springer zum Umdenken und Umsteigen bewegen: Klimaschutzmanagerin Katrin Härtel ist inzwischen von der Politik mit einem unbefristeten Vertrag ausgestattet worden. Im Interview mit Redakteur Christian Zett spricht sie über ihre Bilanz, über Ziele - und darüber, warum es manchmal so schwer ist, die Gewohnheiten der Menschen zu verändern.

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Jeder Springer kann seinen Beitrag zum Klima leisten: Einfach mal das Auto stehen lassen und mit dem Rad fahren.
privat

Springe. Frau Härtel, wie steht Springe da in Sachen Klimaschutz?

Wir haben schon viel geschafft. Aber es muss sich auch noch viel ändern, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen. Leider macht uns der Bund gerade ein bisschen was kaputt, weil er das Erneuerbare-Energien-Gesetz ändert.

Was genau hat Springe, was haben Sie geschafft?

Wir haben ein gutes Bewusstsein für Klimaschutz in der Stadt entwickelt. Es gibt ganz viele Menschen, die ganz viel bewegen wollen - auch, wenn ich das mit anderen Kommunen vergleiche. Konkret haben wir außerdem die Energieberatung für Bauherren und Hausbesitzer. Da sind auch die Banken an Bord, die die Bauvorhaben finanzieren. Die schicken die Leute erst mal zu den Energieberatern, damit sie wissen, was auf sie zukommt. Und: An den Schulen sind wir seit fast fünf Jahren mit den „Springer Sparfüchsen“ aktiv. Die Schüler tragen das, was sie da lernen, in die Familien. Das ist ideal.

Wie kann man die Leute motivieren, selbst mehr zu tun?

Was viel ausmacht, ist der Schneeball-Effekt. Zum Beispiel beim Stadtradeln. Da haben wir einen Radler, der schon zehn andere überzeugt hat, dabei zu sein. Aber: Es dauert lange und manches können wir als Stadt auch gar nicht beeinflussen. Bestes Beispiel: Wenn der Spritpreis bei 5 Euro liegen würde, wäre das Fahrverhalten anders. So gilt das Auto vielen als Statussymbol. Aber auch so gibt es inzwischen 16 Elektro-Autos in Springe. Das ist ein sehr guter Schnitt. Wir sind auch am Thema Car-Sharing dran. Aber die Umsetzung ist nicht ganz einfach.

Noch mal konkreter: Was kann jeder einzelne Springer heute ohne großen Aufwand tun, um das Klima zu schützen?

Ganz einfach: Das Auto stehen lassen auf kurzen Strecken, zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren. Selbst dort, wo es hügelig ist. Damit tut man auch noch was für sich. Und gerade, wenn die Strecke nicht so lang ist, ist man in Springe oft genau so schnell wie mit dem Auto. Aber auch wer einmal in der Woche auf den Konsum von Fleisch verzichtet oder vor dem nächsten T-Shirt-Kauf überlegt, ob das wirklich nötig ist und wer regional einkauft - der leistet einen wichtigen Beitrag.

Was steht in den nächsten Monaten an?

Jetzt startet erst mal das Stadtradeln, bei dem alle mitmachen können. Am 20. August haben wir den Klimaschutztag und im September soll es bei „Ride by Night“ wieder umweltfreundlich über die Springer Straßen gehen. Im Museum wird im August außerdem eine speziell auf Springe zugeschnittene Wanderausstellung zum Thema „Ökobilanz - von 1950 bis heute“ eröffnen. Das ist schon eine große Nummer.

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