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Hallerschipper bei Rock am Deister?

Springe Hallerschipper bei Rock am Deister?

Der neue Kulturstammtisch entwickelt sich zur produktiven Ideenschmiede. Wer dort (noch) nicht sitzt, ist womöglich längst in den Köpfen der Teilnehmer - wie die Hallerschipper, die das Festival Rock am Deister eröffnen könnten.

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Spielen die Hallerschipper bald auf dem Festival Rock am Deister?

Quelle: Archiv

Springe. Aktive Kulturförderung ist neu in Springe. Allmählich formieren sich seitens der Kulturschaffenden Strukturen, um mit „der freudigen Überraschung“ des 10.000 Euro starken Kulturfördertopfs für 2017 klug umzugehen. Ein neuer, informeller Kulturstammtisch ist auf den Plan getreten. Die Ideen sprießen und wem es gefällt, der springt auf.

„Seit der letzten Kulturausschusssitzung haben wir ein Mitglied mehr“, berichtet Martin Beyersdorf, Sprecher des Stammtisches und Vorsitzender des Vereins Kunst und Begegnung Hermannshof. SPD-Ratsherr Harald Malz, der auch bei den Springer Literaten Wortart aktiv ist, habe sich sofort im Anschluss gemeldet. Im Nu steht einer mehr im Mailverteiler. Der nächste Stammtisch ist für den 1. November geplant und damit so gelegt, dass seine Teilnehmer bestens vorbereitet dem nächsten Kulturausschuss entgegensehen können.

Ihr gemeinsames Ziel: den Etat voll auszuschöpfen. Und zwar so, dass kleine wie große Einrichtungen gut mit dem Geld arbeiten können. Im Idealfall nicht nur im kommenden sondern auch in den Folgejahren.

Wer gerade was plant und vor welchen Herausforderungen steht, das besprechen sie vorab untereinander. Der Stammtisch dient dem Austausch von Erfahrung und Wissen, ganz sicher aber auch dem inspirierten Querdenken. Nebenbei lernen auch die Mitglieder einander mitsamt der vertretenen Kunst besser kennen. War das erste Treffen auf dem Hermannshof, soll das nächste an anderer Stelle stattfinden. Es soll reihum gehen, quer durch Springes Kulturlandschaft.

Schon jetzt gibt es aus dem Stammtisch erwachsene Projekte: Quilisma plant ein Projekt, der Hermannshof hat ein Kunstprojekt mit geflüchteten und in Springe aufgewachsenen Schülern der Berufsbildenden Schulen im Köcher. Mit am Tisch sitzen außer den Wortart-Literaten, unter anderem auch Andreas Rimkus, die Musikschule und Rock am Deister. „Die Kulturinitiativen in Springe sind unterschiedlich weit darin, Fördermittel zu erschließen. Da hilft es, sich untereinander Tipps zu geben, wo man noch fragen kann, wie die das haben wollen und welcher Ansprechpartner jeweils zu empfehlen ist“, verweist Beyersdorf auf einen Horizont, der über die Stadt Springe hinausgeht. Finanzierungs- und Kostenpläne sähe nicht nur die Stadtverwaltung gern.

Vergleich mit Festival Wacken

Wer (noch) nicht am Kulturstammtisch sitzt, ist womöglich schon längst in den Köpfen der Teilnehmer. „Als ich da von den Hallerschippern gehört habe, ist mir sofort ein Bild vor Augen gekommen“, sagt Beyersdorf. „Wie wäre es, wenn die Hallerschipper das nächste Rock am Deister Festival eröffnen würden?“, denkt er laut und zieht den Vergleich mit dem weltbekannten wie kleinen Heavy-Metal-Dorf Wacken, bei dem auch Lokalmatadoren ihren Platz haben. Beim jüngsten Bon-Jovi-Konzert in Hannover sei ebenfalls eine Feuerwehr-Kapelle als Eröffnungsband aufgetreten.

Dort kommt Vorschlag ziemlich gut an: „Hey das wäre ja geil“, ruft der zweite Vorsitzende Jürgen Rau spontan aus. Und denkt sofort in Liedern weiter. Leonard-Cohen-Songs kommen ihm in den Sinn und dass die Hallerschipper ihr Repertoire für so eine Gelegenheit ruckzuck erweitern würden. „Die Idee haut alles aus dem Rahmen, was wir bisher so hatten“, sagt Rau: „Aber wir sind zu allen Schandtaten bereit.“

Vielleicht ließe sich da sogar das eine oder andere Neumitglied werben. „60 ist bei uns ein junger Hüpfer“, erklärt er. Dass bei manchem im Chor inzwischen die Kondition nachlasse, sei durchaus ein Problem bei der reisefreudigen Truppe, die außer in Springe bevorzugt an der Ostseeküste vertritt.

Vom Kulturstammtisch an sich ist der Hallerschipper durchaus angetan. Zur Kontaktaufnahme hätte bisher die Zeit gefehlt. Dass der erste Antrag des Shantychores auf Förderung der Verbesserung ihrer Musikanlage, wie berichtet, bisher nicht durchging im Kulturausschuss, nimmt Rau nicht krumm. „Das war uns schon klar, dass das noch nicht so ausgefeilt war, wir wollten aber einfach schon mal melden, dass wir Bedarf haben“, sagt er dazu.

Bis zum nächsten Kulturausschuss wolle sein Verein die auferlegten Hausaufgaben erledigen und den Antrag grundlegend überarbeiten. Mehr Konzerte in Springe würde der Verein gern geben, die aber seien für den Chor durchaus ein Kostenfaktor. „Da haben wir schon mal fixe Kosten von 2000 Euro“, sagt Rau.

Katharina Weißling

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