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Herr Wilkening will Tempo 30

Wülfinghausen Herr Wilkening will Tempo 30

Anlieger Karsten Wilkening beklagt, dass die Mehlerstraße von Autofahrern als Rennstrecke benutzt wird. Bürgermeister Springfeld schaut sich die Situation vor Ort an.

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Karsten Wilkening würde am liebsten jeden, der in der Ortsdurchfahrt Wülfinghausen zu schnell fährt, selbst anhalten.

Quelle: Hermes

Wülfinghausen. „Das ist eine bodenlose Frechheit“, schimpft Karsten Wilkening. Er und seine Frau wohnen in der Mehlerstraße in Wülfingausen. Das Problem: Die Ortsdurchfahrt wird laut Wilkening von den Autofahrern sehr gern als Rennstrecke genutzt. „Geschwindigkeiten deutlich über 80 Stundenkilometer sind absolut keine Seltenheit“, sagt er. Dabei gilt hier Tempo 50.

Schon vor einem Jahr hat sich der Wülfinghausener hilfesuchend an Bürgermeister Christian Springfeld gewandt - mit den Worten: „Sie sind meine letzte Rettung.“ Doch auf eine Antwort wartet er vergeblich. Er versucht es weiter, ruft beim Ordnungsamt der Stadt an, spricht mit der Polizei. Niemand fühlt sich zuständig. Erst nachdem der Kater der Familie in der vergangenen Woche vor den Augen des Ehepaars totgefahren wurde, greift Wilkening erneut zum Hörer. Für ihn ist das Fass voll. Er besteht bei der Stadt auf ein Gespräch mit dem Bürgermeister.

Zwei Tage später kommt Springfeld persönlich in der Mehlerstraße vorbei. Er beteuert: „Ein Schreiben von Herrn Wilkening hat mich nie erreicht.“ Erklären kann er sich das nicht. „Normalerweise sollte Post, die an mich direkt adressiert ist, zumindest mal über meinen Schreibtisch gegangen sein“, sagt Springfeld.

Nichtsdestotrotz hört er sich das Anliegen des Wülfinghauseners an. Auch Nachbarn sind bei dem Gespräch dabei, um die Aussagen von Wilkening zu stützen. „Hier sind schon so viele Unfälle passiert“, schildert Wilkening die Situation. Er könne gar nicht mehr zählen, wie oft die Autofahrer schon in den Leitplanken gelandet seien. Oder wie oft Zäune der Anwohner erneuert werden mussten, weil die zu schnell fahrenden Autofahrer aus der Kurve geflogen seien. „Ich habe die Schnauze voll. Es muss endlich was passieren, hier hält sich fast keiner an die Geschwindigkeit“, sagt er wütend.

Springfeld kann den Unmut des Bürgers verstehen. „Es gibt hier ja nicht mal Bürgersteige“, sagt er. „Die Stadt hat einen eigenen Blitzer, den wir hier einige Tage aufstellen können.“ Zwar werde das Gerät nicht für Bußgeldbescheide genutzt, „aber mit der Datenaufzeichnung können wir zumindest den Beweis erbringen, dass hier zu schnell gefahren wird“, sagt Springfeld. Mit der Auswertung wolle er sich dann an die Polizei und die Region wenden und sie bitten, hier verstärkt zu blitzen. Das ist aber nicht die einzige Lösung, die Springfeld anzubieten hat. „Ich werde auch einen Antrag bei der Region stellen mit der Forderung, dass die Geschwindigkeit der Kreisstraße innerorts auf Tempo 30 runtergedrosselt wird“, sagt er. Sinnvoll sei sicherlich auch, wenn die Autofahrer einige Hundert Meter vor der Ortseinfahrt nur Tempo 70 fahren dürften, meint Springfeld.

„Und wie sieht es mit einer baulichen Maßnahme aus?“, fragt Wilkening. „Auch eine Möglichkeit“, sagt Springfeld, jedoch sei das ein langwieriger Prozess. „Wir müssen dafür Gelder im Haushalt bereit- stellen und die Politik muss einer solchen Maßnahme zustimmen.“ Ihm sei egal, was gemacht werde, er bestehe nur darauf, dass überhaupt etwas passiert, sagt Wilkening.

von Sandra Hermes

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