Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
„Hey“ statt „Herr Lehrer“

Springe „Hey“ statt „Herr Lehrer“

Eine Sechs in der Schule? Super Leistung - zumindest in Norwegen. Denn dort ist das Notensystem genau umgekehrt. „Das war am Anfang schon verwirrend“, erzählt Sven Alles, Lehrer an den Berufsbildenden Schulen in Springe.

Voriger Artikel
Lkw reißt Weihnachtsschild um
Nächster Artikel
Falkenhof bleibt vorerst dicht

Die BBS-Lehrer Birgit Schaper
(v. l.) und Sven Alles haben Ole Kristian Wold und Sigbjørn Ask (r.) aus Norwegen zu Besuch. Gemeinsam mit Schulleiter Michael Krampe (2. v. r.) sehen sie sich die Schule an. Helmbrecht

Springe. Zusammen mit seiner Kollegin Birgit Schaper war er für zwei Wochen in Norwegen. Jetzt waren die Besucher aus Skandinavien in Springe.

Für drei Tage waren Ole Kristian Wold und Sigbjørn Ask von der Rosthaug-Schule in Åmot, einer kleinen Stadt nordöstlich der norwegischen Hauptstadt Oslo, in Deutschland und haben sich verschiedene Schulen angesehen. Gestern waren sie in der BBS, und da bestätigte sich gleich ein Klischee über die zurückhaltenden, distanzierten Deutschen: Denn in Norwegen sprechen sich alle Schüler und Lehrer mit Vornamen an, ein lockeres „Hey“ schallt dann über den Flur statt einem formellen Handschlag.

„In Norwegen ist alles familiärer, trotzdem haben die Schüler Respekt vor uns“, sagt Wold. „Da herrscht eine Ruhe und Gelassenheit, alle sind viel offener“, hat auch Alles bei seinem Besuch festgestellt.

Doch das Treffen hatte noch einen ganz anderen Zweck, als in lockerer Atmosphäre sich über die Länder auszutauschen. Seit eineinhalb Jahren arbeitet BBS-Leiter Michael Krampe daran, dass seine Schule eine zertifizierte Erasmus-Plus-Schule wird. „Wenn wir in das Projekt aufgenommen werden, wollen wir einen Austausch für unsere Lehrer mit der Schule auf die Beine stellen, im zweiten Schritt sollen auch Schüler die Möglichkeit bekommen, nach Norwegen zu reisen“, sagt Krampe. Beide Schulen haben ähnliche berufliche Fachrichtungen, da biete sich eine dauerhafte Kooperation an. Allerdings gehen die Schüler in Norwegen zwei Jahre zur Schule und zwei Jahre in einen Betrieb. „Das ist aber alles sehr flexibel und offen, man kann sich noch umentscheiden oder sich für einen anderen zeitlichen Ablauf entscheiden, das ist anders als hier in Deutschland“, erklärt Schaper.

Für die deutschen Lehrer war es eine besondere Erfahrung, während des Austauschs auch zu unterrichten. „Wir waren Teil des Ganzen und konnten praktisch mitarbeiten, da bekamen wir einen ganz anderen Blick.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.