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Hiddestorfer fürchten neue Windkraftanlagen

Gestorf Hiddestorfer fürchten neue Windkraftanlagen

Nicht nur die Einwohner der Ortsteile Lüdersen, Bennigsen und Gestorf wehren sich vehement gegen das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) der Region Hannover. Auch Bürger in Hiddestorf wollen sich dagegen auflehnen. Das machten vier Einwohner des Ortes in dem Bürgergespräch des FDP-Stadtverbandes in Gestorf deutlich.

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Diskutieren über die geplanten Windkraftanlagen: Harald Klotz (links) und Gero Hocker.
Krause

Gestorf. Besonders beängstigend ist für sie die Vorstellung, dass durch das RROP Windkraftanlagen noch näher an Wohngebiete rücken könnten, sollten geltende Standards massiv reduziert werden. Sie fürchten besonders den Schattenschlag der Rotorblätter und den Infraschall der Anlagen sowie die Wertminderung ihrer Häuser und Grundstücke.

Laut Harald Klotz, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes, wird Springe mehr und mehr in der Region Hannover abgehängt. Stadt und Einwohner stünden oft vor vollendeten Tatsachen, Einwände würden einfach ignoriert oder mit billigen Aussagen zurückgewiesen. Das musste auch der Gast des Abends, Gero Hocker, Mitglied des niedersächsischen Landtags und umweltpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, zur Kenntnis nehmen. Er hält es für bedenklich, dass die alte Regionsversammlung nach der Kommunal- und Regions­wahl zu ihrer letzten Sitzung zusammentritt und das neue RROP zum Nachteil ihrer Nachfolgerversammlung beschließen will. Hocker bemängelte zudem, dass Überkapazitäten in der Stromgewinnung durch Solar- und Windenergie für Kuriositäten sorgen würden. „Anstatt mit dem Strom Geld zu verdienen, wird die überschüssige Windenergie ins Netz unserer ausländischen Nachbarn eingespeist - und die Abnehmerländer erhalten dafür auch noch Geld von uns“, kritisiert er.

Klaus Nagel, Spitzenkandidat der FDP für den Springer Stadtrat, fügt hinzu, dass immer mehr Entscheidungen ohne Beteiligung der Bürger getroffen würden. Er fragte auch, ob der Naturschutz bei Windenergieanlagen nicht stärker berücksichtigt werden müsse.

Das griff Rudolf Krause vom Nabu Springe auf: So sei die Sogwirkung der Rotorblätter, ähnlich einem Tiefflieger, nicht zu unterschätzen. Die Schäden, die allen voran die Großvögeln erlitten, seien gravierend. Das habe ein ausgefeiltes Monitoring ergeben. Die Rotorgeschwindigkeit betrage in der Spitze bis zu 300 Kilometer pro Stunde. Klimaschutz und Energiewende seien in der Bevölkerung positiv behaftet, aber es gebe eine Diskrepanz zwischen gesunder Umwelt und der Windenergie, so Krause weiter.

Von Reinhold Krause

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