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„Ich habe immer Sprechstunde“

Springe „Ich habe immer Sprechstunde“

Nachbarschaftsstreit, Falschparker, Raserei, Einbrüche - ein Kontaktbeamter bei der Polizei kümmert sich um viele Sorgen der Bürger.

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Der Fußball und der Beruf sind zwei seiner Leidenschaften: Der Kontaktbeamte Jens Günther stellt sich den Springer Bürgern als Nachfolger von Karl-Heinz Friedrich vor. Helmbrecht

Springe. Nachbarschaftsstreit, Falschparker, Raserei, Einbrüche - ein Kontaktbeamter bei der Polizei kümmert sich um viele Sorgen der Bürger. Und er ist der Neue, der sich nun diesen Themen in Springe annehmen wird: Der Münderaner Jens Günther löst Karl-Heinz Friedrich ab.

Mit der Arbeit ist er schon vertraut: 13 Jahre war er zuletzt Kontaktbeamter bei der Seelzer Polizei. Gebürtig kommt der 44-Jährige aus Rössing, seine Ausbildung absolvierte er in Oldenburg, bis es ihn schließlich nach Hamelspringe verschlagen hat. „Ich wollte mit meiner Familie gerne ins Weserbergland ziehen, und in Hamelspringe haben wir ein schönes Haus gefunden“, sagt der verheiratete Vater von zwei Kindern. Die Heimatnähe hat ihn jetzt nach Springe gelockt. „Wir haben ihn hier mit offenen Armen empfangen“, sagt der Springer Polizeichef Christian Krone.

Seinen Vorgänger Friedrich kannte Günther bereits von seiner früheren Dienststelle. „Ich möchte an die tolle Arbeit anknüpfen, die er vor Ort geleistet hat.“ Dieser Meinung schließt sich auch Krone an: „Herr Friedrich hat eine sehr gute Basis geschaffen.“ Jetzt wolle man schauen, wo es weitere Aufgaben gebe.

Erst einmal ankommen, sagt auch Günther. Und den Ort besser kennenlernen. „Ich muss mich oft selbst bremsen.“ Zwar solle vieles weitergeführt werden, Günther bringt aber aufgrund seiner langen Erfahrung auch Visionen mit: In Seelze hatte der Beamte ein Fußballprojekt zur Gewaltprävention ins Leben gerufen. Der Plan: Fußball als Mittel sozialer Integration. Der Erfolg spricht für sich: Der Deutsche Fußballbund ehrte das Projekt mit einem Integrationspreis.

Das erste Vorhaben, das Fußballfan Günther in Springe realisieren möchte, ist eine Kooperation mit der integrierten Gesamtschule (IGS). „Ich könnte als Schulpate in Erscheinung treten, die Gespräche laufen noch.“ Die Schul- und Jugendarbeit liegt ihm besonders am Herzen: „Je früher man an die Kinder herantritt und Kontakt aufnimmt, desto geringer ist später einmal die Hemmschwelle, die Polizei zu kontaktieren.“

Aber nicht nur für Schüler möchte er ein Ansprechpartner sein. Auch das Thema Flüchtlinge wird ihn begleiten, denn in den kommenden Wochen werden viele von ihnen im ehemaligen Krankenhaus einziehen. „Ich wurde schon darauf angesprochen und möchte den Bürgern einfach die Sorgen nehmen.“

Als „Gesicht der Polizei“, wie er die Stelle für sich definiert, möchte Günther gleichzeitig in vielen verschiedenen Bereichen aktiv werden: ob als Sicherheitsberater für Senioren, als Schulpate oder Schlichter. Jeder Bürger könne auf ihn zukommen mit Fragen, Anregungen und Kritik.

„Ich habe immer Sprechstunde“, sagt Günther, der vor knapp zwei Wochen seine Arbeit aufgenommen hat. Man könne ihn als „eine Art Servicedienstleister“ verstehen. „Das ist aber auch die Erwartung an einen Kontaktbeamten, alle Bereiche bedienen zu können“, sagt der Hamelspringer.

Als Ausgleich zu seiner Arbeit steht er regelmäßig auf dem Fußballplatz - mit seiner Frau Martina, seiner Tochter Jenny und Sohn Mel, mal als Schiedsrichter, mal als Spieler und Trainer.

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