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Ihre Antikriegshaltung führte Kaußen zur Linken

Springe Ihre Antikriegshaltung führte Kaußen zur Linken

Die Entscheidung, sich politisch zu engagieren, fiel bei Jessica Kaußen nach einer Podiumsdiskussion. Jetzt kandidiert sie für die Linken als Direktkandidatin.

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„Es müssen viel Kriterien für die Sozialbindung her“, findet Jessica Kaußen.

Springe. „Ich habe mich über die Äußerungen geärgert, die über den Afghanistaneinsatz gemacht wurden“, erinnert sich Kaußen. Die Entscheidung, sich politisch zu engagieren, fiel bei ihr nach einer Podiumsdiskussion: Vor acht Jahren - im August 2009 - stellten sich die Kandidaten zur damaligen Bundestagswahl den Schülern der Laatzener Albert-Einstein-Schule vor.Politisch interessiert sei sie schon vorher gewesen, sie habe etwa einen Politik-Leistungskurs belegt. Nach der Podiumsrunde habe sie sich dann aber bei Laatzens Parteien umgeschaut.

„Ich stand damals zwischen SPD, Grünen und Linken“, erinnert sich die 27-Jährige. Die Antikriegshaltung der Linken habe schließlich den Ausschlag gegeben. Und sie hatte Erfolg: Seit 2011 ist Kaußen Vorstandsmitglied, seit 2015 Vorsitzende der Laatzener Linken. Ebenfalls 2015 übernahm sie den Regionvorsitz der Partei. Seit November 2016 führt sie, gerade gewählt, auch die Fraktionen im Rat der Stadt und in der Regionsversammlung an. Neben all dem studiert die Laatzenerin Elektrotechnik an der Universität Hannover.

Nun kandidiert Kaußen erstmals für den Bundestag. Dass die Chancen auf ein Mandat nicht gut stehen, ist ihr bewusst: Bei der parteiinternen Listenaufstellung ging sie beim Bemühen um Listenplatz fünf leer aus. „Aber es ist wichtig, dass die Linke eine Direktkandidatin stellt“, sagt Kaußen - nur so habe die Partei etwa bei Podiumsdiskussionen eine Stimme. Zu ihren wichtigsten Anliegen zählt die 27-Jährige neben der Antikriegshaltung den sozialen Wohnungsbau. „Es müssen viel schärfere Kriterien für die Sozialbindung her“, findet Kaußen.

„Es kann nicht sein, dass Menschen nach 15 Jahren aus ihren Wohnungen raus müssen, weil die Miete über die Mindestgrenze steigt.“ Wie schwierig es heute ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden, weiß sie aus eigener Erfahrung: Nach der Geburt ihrer heute dreijährigen Tochter hätten ihr Mann und sie anderthalb Jahre lang nach einer größeren Wohnung gesucht. „Und das, obwohl Laatzen nicht gerade Hannover-City ist.“

Von Johannes Dorndorf

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