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Ist der Waschbär ein Problembär?

Springe Ist der Waschbär ein Problembär?

Einst wurden die Waschbären wegen ihres Fells aus Amerika nach Europa importiert. Inzwischen gelten sie mancherorts als Plage und bereiten Tierschützern einige Sorgen. Auf der Waschbär-Fachtagung im Springer Jagdschloss wurden Bürgern, Fachleuten und Jägern die neuesten Erkenntnisse zur Lebensweise und Bejagung vorgestellt.

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Egbert Günter redet über den Einfluss der Waschbären auf die Vogelpopulation. FOTO: SZABO

Springe. Der Waschbär hat sich in Niedersachsen flächendeckend ausgebreitet und dabei auch Dörfer und Städte besiedelt. „Kaum eine andere Tierart neigt so zur Urbanisierung wie der Waschbär“, erklärten die beiden Biologen Berit und Frank-Uwe Michler in ihrem Vortrag. In Deutschland leben aktuell etwa 500 000 Waschbären. Abgesehen vom Verkehr und Jägern hat diese Tierart kaum natürliche Feinde in Deutschland. Stellen die Tiere eine ernsthafte Gefahr für Greifvögel dar? „Ja“, sagt Egbert Günter, der in seinem Vortrag dieser Frage nachging. Nur sei der Umfang der Gefährdung noch nicht klar. Die Schuld an den sinkenden Vogelpopulationen sollte jedoch nicht ausschließlich dem Waschbär zugeschoben werden.

Das Fazit der Fachleute: Die Invasion des aus Amerika eingeschleppten Waschbären könnte zur Bedrohung für das ökologische Gleichgewicht werden. Günter empfiehlt prophylaktischen Baumschutz, der die Waschbären von Nestern und Brutstätten fernhalten soll, um die Vogelbestände nicht zu gefährden. Das Bejagen des Waschbären zu intensivieren sei auch kein Allheilmittel. Je mehr Waschbären durch Jäger erlegt werden, desto höher steige die Reproduktionsrate. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der getöteten Waschbären fast vervierzigfacht.

Von Sandra Hermes

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