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Kahler Weihnachtsbaum sorgt für Unmut

Springe Kahler Weihnachtsbaum sorgt für Unmut

Der Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz löst in diesem Jahr bei den Springern verschiedene Gefühle aus - aber Freude ist selten dabei. Der Baum ist im unteren Bereich komplett kahl, und das kommt bei den Betrachtern gar nicht gut an.

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Ein kleinerer Baum und Goldfolie sollen die kahlen Stellen am Baumstamm verdecken.

Quelle: Hermes

Springe. Marktmeister Peter Eicke hört regelmäßig Beschwerden. Und auch er selbst hält mit seiner Meinung über die Tanne nicht hinterm Berg: „Wer da vorbeigeht, fragt sich doch, wie man so etwas aufstellen kann“, sagt er.

Auch Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich gibt zu: „Ich will da gar nichts beschönigen. Aber: Ursprünglich sah er besser aus.“ Das Technische Hilfswerk habe beim Aufstellen zahlreiche Äste abschneiden müssen, weil die Tanne sonst nicht in den Ständer gepasst hätte, erklärt Friedrich. Mit dem Kran des Fahrzeugs musste der etwa acht Meter hohe Baum zunächst in die Höhe gehoben, von der Ladefläche an die richtige Stelle gehievt und rechteckig gesägt werden, damit der Stamm in den Ständer passte. Keine einfache Aufgabe. „Dass die eine Seite so kahl war, habe ich nicht gesehen. Ich vermute, dass der Baum beim Reinsetzen noch mal hochgezogen und dann gedreht werden musste“, sagt der Ortsbürgermeister. Dadurch sei die kahle Stelle jetzt so offensichtlich. Die Tanne noch einmal herausnehmen zu lassen, um ihn zu drehen, koste einfach zu viel Geld, sagt Friedrich. „Wir versuchen aber alles, um den Baum zu retten.“

Auch Wilko Struckmann, Chef des Werbe- und Informationsrings, sagt ganz ehrlich: „Ich finde den Baum nicht schön.“ Er sei auch permanent Thema in seiner Alten-Deister-Apotheke. „Natürlich sprechen die Leute mich darauf an, das ist irgendwie auch verständlich. Die Tanne ist aktuell Gesprächsthema Nummer eins.“

Struckmann versucht, es positiv zu sehen: „Man darf nicht vergessen, dass es sich nicht um ein Kunstwerk handelt, sondern um Natur. Er ist vielleicht nicht schön, aber selten und damit besonders“, erklärt der Apotheker. Trotzdem wünscht er sich, dass die kahle Stelle besser versteckt wird. „Ich habe jetzt goldene Kugeln bestellt, die wir an den Baum hängen werden und unser Ortsbürgermeister hat ebenfalls schon mit einem kleineren Baum und mit goldfarbenen Papier versucht, das Loch zu kaschieren“, so Struckmann.

Doch so einfach scheint das Vorhaben nicht zu sein. Erst am Freitag musste sich der Ortsbürgermeister erneut ärgern. „Weil Markt ist, wurde der kleine Tannenbaum einfach aus seinem Kübel gerissen, damit Platz für die Verkaufswagen geschaffen werden konnte.“

Er werde jetzt stets darauf achten, dass die Lücke vor dem Tannenbaum verdeckt bleibt, so Friedrich.

VON SANDRA HERMES UND RALF T. MISCHER

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