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Kalte Zeiten im Hallenbad

Springe Kalte Zeiten im Hallenbad

Nach dem Wirbel um die plötzliche Schließung der Sauna im Hallenbad fühlt sich die Stadt jetzt erneut zu einer Stellungnahme gedrängt. Fazit: Die Sauna bleibt kalt; sie ist zu teuer - im Rathaus spricht man von einem „sechsstelligen Betrag“, der nötig wäre. Dabei ist trotz aller Sparbemühungen der vergangenen Jahre das Hallenbad-Minus unvermindert hoch.

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Springe. Dabei hatten Politik und Stadt einmal geplant, den städtischen Zuschuss von im Schnitt 450 000 Euro im Jahr auf die Hälfte zu drücken. Überlegungen gab es dazu viele: Arbeitsgruppen machten Spar- und Verbesserungsvorschläge, Rat und Stadt reisten nach Nörten-Hardenberg, um dort ein als Genossenschaft von den Bürgern betriebenes Bad zu besichtigen.

Inzwischen läuft das Unterfangen im Haushalt unter dem Kapitel „vorläufig zurückgestellt“ - vermerkt mit dem lapidaren Satz: „Mit den bisher vorgeschlagenen Maßnahmen (...) kann das Ziel ‚Halbierung des Fehlbetrages‘ noch nicht erreicht werden.“ Stattdessen rechnet die Stadt in diesem Jahr gar mit einem Minus von mehr als 600 000 Euro - nicht zuletzt wegen verschiedener Investitionen wie der Solarstromanlage. Erst bis 2019 soll sich das Defizit nach und nach wieder auf das alte Niveau von etwa 450 000 Euro senken.

Frühestens ab 2017, so der Plan, könnten die Vorschläge des ehrenamtlichen Arbeitskreises Technik so weit umgesetzt sein, dass sie 90 000 Euro im Jahr sparen. Immerhin rechnet die Stadt schon seit 2015 mit einer Ersparnis von etwa 25 000 Euro jährlich: Seitdem ist das Bad an das Heizkraftwerk der Stadtwerke angeschlossen. Künftig soll auch die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach Stromkosten sparen. Die Höhe sei aber, so heißt es im Haushalt, „noch nicht genau bezifferbar“.

Und dann die Sauna: Diese sei bislang tatsächlich - wie von empörten Nutzern vorgebracht - „den bescheidenen Ansprüchen“ gerecht geworden, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Das habe nur solange funktioniert, wie der Pächter den Betrieb ganztägig beaufsichtigt habe.

Doch nach dessen Rückzug sei nun die Stadt in der Verantwortung: Und um die Sauna hygienisch und technisch auf aktuellem Stand zu halten, müsse man „erheblich investieren“. Auch der laufende Betrieb sei teuer, so Springfeld - und könne eben nicht, wie gefordert, durch Hallenbad-Personal gestemmt werden: „Das klingt charmant und einfach“ - doch die freien Kapazitäten hätten die Mitarbeiter schlicht und einfach nicht. Die Sicherheit der Badegäste habe nun einmal Vorrang. Und der Aufwand beim Betrieb einer Sauna sei - etwa wegen der Hygienevorschriften - nicht nebenbei zu stemmen. All das summiere sich schnell auf einen sechsstelligen Betrag, hat Springfeld errechnen lassen.

So ein Geldeinsatz sei „auch aus der Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern, die nicht Sauna-Nutzer sind“, nicht zu stemmen. Die Stadt müsse ihre Mittel erst für Pflichtaufgaben einsetzen - und könne dann freiwillige Angebote realisieren. Zumal es auch in Springe durchaus von Unternehmern betriebene Saunen gebe. Eine öffentliche sei „aus meiner Sicht wirtschaftlich nicht darstellbar“, sagt der Bürgermeister.

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