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Keine Reform bei Kita-Gebühren

Springe Keine Reform bei Kita-Gebühren

Eine alleinerziehende Mutter mit Teilzeitjob zahlt derzeit für einen Krippenplatz in Springe genauso viel wie die Arztfamilie mit Doppeleinkommen. Ist das gerecht? „Nein“, hatten erst Eltern und dann Politiker im vergangenen Jahr moniert und gefordert: Die Verwaltung solle ein gerechteres Gebührenmodell erarbeiten, bei dem das Familieneinkommen berücksichtigt wird. Jetzt liegt das Ergebnis vor - und fällt ganz anders aus als erwartet.

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Kein Kinderspiel: Elternvertreter und Politiker wollten erreichen, dass für die Kinderbetreuung in Springe einkommensabhängige Gebühren eingeführt werden. Nach mehrmonatigen Diskussionen raten sie davon ab: Der Aufwand wäre zu hoch, der Nutzen gering.

Quelle: Scheffler

Springe. Es wäre zu kompliziert, das gewünschte „einkommensabhängige Elternbeitragssystem“ einzuführen, sagen diejenigen, die sich in den vergangenen Monaten mit dem Thema beschäftigt haben. Zu der Arbeitsgruppe gehörten Elternvertreter, die unterschiedlichen Kita-Träger aus dem Stadtgebiet sowie mehrere Politiker.

Auch Bürgermeister Christian Springfeld muss sich geschlagen geben. Der vierfache Vater gehörte im vergangenen Jahr - vor seiner Kandidatur zum Verwaltungschef - zu den Vorkämpfern beim Thema und blieb auch anschließend am Ball.

Er plädiert nach wie vor für eine Gebührenstaffelung, sieht aber ein: „Ich kann das schlecht gegen Widerstände durchboxen. Wenn das keiner will, akzeptiere ich das.“

Alle Teilnehmer der Arbeitsgruppe waren am Ende der Diskussion überzeugt: Der Verwaltungsaufwand wäre sehr hoch, die Berechnung schwierig - und oftmals doch nicht gerecht, weil es zu viele „Verwerfungen“ beziehungsweise Steuer-Schlupflöcher gibt. Vor allem die Kita-Träger, die in Kommunen mit einkommensabhängigen Gebühren aktiv sind, hätten deshalb vor einer Änderung gewarnt.

Das Ergebnis wird in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend und Gleichstellung (SoJuGa) am Mittwoch ausführlich vorgestellt (18 Uhr, Mensa Otto-Hahn-Gymnasium). Es geht um den gesamten Bereich Kinderbetreuung: Krippen, Kindergärten und das Nachmittagsangebot für Grundschüler (Hort).

Auch wenn der erste Versuch ins Leere geführt hat: Springfeld und Fachbereichsleiter Clemens Gebauer halten es für dringend erforderlich, andere Wege zu finden, die Gebühren transparenter und gerechter zu gestalten. „Derzeit sind die Strukturen geprägt durch Einzelbeschlüsse“, schreiben die beiden Verwaltungsfachmänner in der Vorlage für den Ausschuss. Für Gebauer steht fest: „Da ist noch Potenzial drin.“

Halbe Gebühr für das zweite Kind

Aktuell fallen pro Monat in Kindergärten in Springe Betreuungsgebühren zwischen 112,20 Euro und 224,40 Euro an. Wer einen Krippenplatz für sein Kind beansprucht, zahlt noch mehr:

Kindergarten:

4 Stunden 112,20 Euro

6 Stunden 168,30 Euro

8 Stunden 224,40 Euro

Krippe:

6 Stunden 241,20 Euro

8 Stunden 321,60 Euro

Hort:

2 Stunden 132 Euro

Für das zweite Kind wird die Hälfte berechnet. Die Elternbeiträge decken aber trotzdem nur einen Teil der Gesamtkosten.

Marita Scheffler

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