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Kinder lernen, nein zu sagen

Springe Kinder lernen, nein zu sagen

Kinder der Grundschule Hinter der Burg werden mit einem Theaterstück für das Thema Gewalt sensibilisiert. Das Projekt, bei dem die Schauspieler ihnen zeigen, wie sie bedrohliche Situationen verhindern können, soll wiederholt werden.

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Angst vor dem Blauen Mann: Marcella Ruscigno (rechts), alias Krümel, lernt am Ende des Stückes, sich gegen Gewalt zur Wehr zu setzen. Die Schüler helfen der Protagonistin dabei. Zum Unmut vom Blauen Mann (Thomas Lindhout).

Quelle: Helmbrecht

Springe. Gebannt und aufmerksam verfolgen die Schüler die Geschichte um Krümel und ihren besten Freund Wurzel, die einen Zirkus organisieren möchten. Fröhlich singen die beiden Freunde, tanzen, jonglieren und proben fleißig für ihren Auftritt. Doch es kommt anders. Ein blauer Mann taucht auf und droht Krümel, ihrem geliebten Igel etwas Schlimmes anzutun. In der Aula herrscht angespanntes Schweigen.

Einige Schüler werden auf ihren Stühlen unruhig. Die Kinder ahnen, dass der Mann versucht, Krümel zu locken. Sie sieht keine Möglichkeit, sich zu wehren und steigt in seine Kiste. Erschrocken blicken die Schüler auf die Bühne und leiden mit, als Krümel weinend wieder aussteigt. Damit so eine Situation nicht wieder passiert, lernen sie gemeinsam, laut Nein zu sagen.

Was zunächst als ein heiteres Theaterstück beginnt, wird schnell erschreckend. Schon in den ersten Minuten wurden die Schüler in das Stück mit einbezogen und bauten schnell eine persönliche Beziehung zu der Figur auf. Auch das gemeinsame Warm-Up mit den beiden Schauspielern Marcella Ruscigno und Thomas Lindhout kam bei den Schülern gut an.

„Geheimsache Igel“ lautete der Name des Stückes, das Olaf Krätke initiiert hat. In Kooperation mit Kiwanis und dem Kinderschutzbund konnte das erfolgreiche Stück nun auch in Springe aufgeführt werden. Die Schauspieler arbeiteten visuell, immer wieder spielten Farben eine wichtige Rolle, und die Schüler erkannten schnell, dass die Farbe Blau in diesem Stück für das Böse stand.

„Durch das Stück sehen die Kinder, wie eine Gewaltsituation aussehen kann und das kann sie prägen. Es ist wichtig, dass sie lernen, nein zu sagen. Das Stück ist sehr emotional und realistisch und so können die Schüler das Geschehene nachvollziehen“, sagte Schulleiterin Verena Kebsch-Jandel.

„Es geht uns darum, Kinder für das Thema Gewalt zu sensibilisieren“, sagte Marcella Ruscigno. „Das Stück wird super angenommen. Es ist ein Stück, das tiefer geht und zum Nachdenken anregt. Die Kinder sind aufmerksam und machen toll mit“, so Ruscigno weiter.

Beim Nachgespräch konnte über das Schauspiel diskutiert werden. Es wurde deutlich, was die Figur hätte besser machen können, um nicht in eine bedrohliche Situation zu geraten und dass es wichtig ist, über diese Situationen mit Vertrauten zu sprechen.

Gewaltprävention ist auch im Unterricht ein wichtiges Thema. Das Theaterstück soll auch im kommenden Jahr wieder in Springe aufgeführt werden. Das kündigte Heino Zimmer, Präsident vom Kiwanisclub, an.

Von Saskia Helmbrecht

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