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Klinik: Aus in zwei Monaten?

Springe Klinik: Aus in zwei Monaten?

Das Springer Krankenhaus soll spätestens am 15. September geschlossen werden. Dieses Datum, so berichten Mitarbeiter, sei ihnen bei einer internen Infoveranstaltung genannt worden.

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Die Zeiten des Rondells vor dem Klinikum sind gezählt: Dort sollen Parkplätze entstehen. 

Quelle: Andreas Zimmer

Springe. Dass am bisherigen Standort stattdessen die vom Runden Tisch gewünschte - aber landesweit einmalige - Notfallstation eröffnet wird, glaubt ein Großteil der Beschäftigen nicht. „Wir haben das grob überschlagen. Die Kosten würden im siebenstelligen Bereich liegen“, sagt ein Mitarbeiter, der ungenannt bleiben möchte. „Für die 24-Stunden-Notfallversorgung mit sechs Betten bräuchte man drei Fachärzte, Schwestern, aber auch ein Röntgen- und ein CT-Gerät. Dabei bringen die Notfälle fast kein Geld.“ Sein Fazit: „Wenn man sich das leisten wollen würde, hätte man das Krankenhaus besser in seiner bisherigen Form erhalten.“

Die Klinikum Region Hannover (KRH) geht dagegen davon aus, dass der niedersächsische Krankenhausplanungsausschuss, der sich heute im Sozialministerium trifft, für die Notfallstation stimmt. „Wir haben klare Erwartungen an das Gespräch“, sagt KRH-Sprecher Bernhard Koch und betont: „Wir favorisieren das Modell, für das sich der Runde Tisch ausgesprochen hat.“ Auch Regionspräsident Hauke Jagau zeigt sich „optimistisch, dass es uns möglich sein wird, unser Konzept umzusetzen“.

Was ihn so hoffnungsfroh stimmt: „Es passt inhaltlich gut in die Vorstellungen der Bund-Länder-AG für die Medizinversorgung der Zukunft“ und habe deshalb „auch Modellcharakter“. Im gestrigen Gespräch mit dieser Zeitung bat er, die Entscheidung abzuwarten, „bevor wir über eventuelle Ablehnungen und deren Folgen spekulieren“. Stimmt der Krankenhaus-Ausschuss gegen das „Modell A“, bleibt Springe nur der Bereitschaftsdienst der Kassenärzte. Denkbar ist, dass dieser Notdienst dann - als Zugeständnis zur gebeutelten Deisterstadt - personell verstärkt oder um einen festen Stützpunkt erweitert wird.

Der Umzug der Springer Betten nach Gehrden rückt derweil immer näher. Anfang dieser Woche ist der Neubau am Robert-Koch-Krankenhaus in Gehrden eröffnet worden: In das vierstöckige Gebäude hat die KRH 25 Millionen Euro investiert. Untergebracht sind dort zwei Pflegestationen, die Notaufnahme, die Intensivstation und die Radiologie. Nicht nur der Großteil der Springer Krankenhaus-Betten wird künftig in Gehrden stehen, auch das Personal wandert mit.

Von Marita Scheffler

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