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Krankheit vernichtet Eschen im Deister

Springe Krankheit vernichtet Eschen im Deister

Ein Pilz hat die Ulmen im Deister fast alle vernichtet. Jetzt sind die Eschen von einer Krankheit befallen. "Die ökologische Vielfalt leidet", sagt Springes Stadtförster Bernd Gallas.

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Was bleibt, ist abgestorbenes Reisig: Ein Pilz hat die Eschen im Deister befallen. Stadtförster Bernd Gallas muss die kranken Bäume fällen lassen.

Quelle: Scheffler

Springe. Eine Baumart, die einfach verschwindet - das habe es jahrhundertelang nicht gegeben, sagt Stadtförster Bernd Gallas. Jetzt hat er den zweiten Fall innerhalb weniger Jahre vor sich. Der Fachmann warnt: Die ökologische Vielfalt im heimischen Wald leide.

Das Sterben der Ulme begann langsam. Ein Schlauchpilz, übertragen von einem Käfer, führte dazu, dass die Bäume kein Wasser mehr aufnehmen konnten. Erst wurden die Kronen welk, dann waren die ganzen Stämme betroffen. „Wir haben im gesamten Stadtforst mittlerweile nur noch 20 bis 30 Ulmen“, sagt Gallas. Überleben werde letztlich keine davon.

Die Eschen ereilt ein ähnliches Schicksal. Wieder ist es ein Pilz, der sie befällt. Zahlreiche jahrzehntealte Bäume seien nicht mehr belaubt, „und wir haben auch fast keine Eschen mehr, die nachwachsen können“. Die jungen Reiser, die unter den Altbäumen wuchsen, sind abgestorben.

Gallas spricht von einer dramatischen Entwicklung. Vor wenigen Jahren machte die Esche noch zehn Prozent des heimischen Waldbestandes aus. „Das war für uns also eine sehr wichtige Baumart.“ Jetzt bleibe den Forstwirten nur noch die Möglichkeit, das Beste aus der Situation zu machen: Im September haben Gallas und seine Mitarbeiter 60 Festmeter Eschenholz geschlagen. Die Stämme sind bereits exportiert: nach China. „Der Verkauf läuft derzeit gut“, beschreibt Gallas das Trostpflaster. Auch in den nächsten Monaten werde es massive Fällungen geben.

Die Krankheit - das sogenannte Eschentrieb-Sterben - sei höchstwahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten, sagt Gallas: „Es sei denn, es gelingt irgendwann, resistente Züchtungen zu ziehen.“ Alle bisherigen Versuche seien jedoch gescheitert.

Gallas zeigte dem Umweltausschuss die Auswirkungen jetzt vor Ort. Die Politiker wollten unter anderem wissen, welche Baumarten die entstehenden Lücken füllen werden. Er könne den Anteil des Bergahorns am Bestand ausweiten, eventuell auch auf die Vogel- oder Süßkirsche ausweichen, so Gallas: „Aber dann wird es eng. Die ökologische Vielfalt stirbt leider.“

Von Marita Scheffler

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