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Land hat mit mehr Flüchtlingen gerechnet

Springe Land hat mit mehr Flüchtlingen gerechnet

Ob und wann Flüchtlinge ins alte Springer Krankenhaus einziehen, ist offen. Trotzdem ist das Gebäude ans Land vermietet - bis Ende 2019. Warum aber so lange?

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Ob überhaupt und wann Flüchtlinge ins ehemalige Klinikum einziehen, ist unklar.

Quelle: Andreas Zimmer

Springe. Als der Vertrag Ende 2015 abgeschlossen wurde, habe man „von einem hohen Zugang an Flüchtlingen und Asylbegehrenden“ ausgehen müssen, so eine Sprecherin des Innenministeriums. Inzwischen prüft das Land, welche Unterkünfte es bei rückläufigen Zahlen überhaupt benötigt - auch, um im Ernstfall auf einen erneuten Anstieg vorbereitet zu sein. Welche Rolle Springe in diesem Konzept spielen könnte, bleibt unklar. Eigentlich sollte die Notunterkunft schon im Januar an den Start gehen.

Eine Antwort gibt es aus dem Ministerium genau so wenig auf die Frage, wie viel Geld bislang auch ohne laufenden Betrieb angefallen ist: Was kostet die Miete? Was kosten die Renovierungen, welche sind schon geschehen? Hat das DRK, das sich als Träger bereithält, schon Geld bekommen? „Wir bitten um Verständnis, dass Mietpreise und Vertragskonditionen vom Land grundsätzlich nicht öffentlich bekannt gegeben werden, da sie Rechte Dritter berühren“, teilt die Sprecherin mit.

Die Linsingen-Kaserne in Hameln ist als Unterkunft zunächst nur ein Jahr in Betrieb, könnte nach Ablauf der Vereinbarung umgenutzt werden. Was ist der Unterschied zu Springe? In Hameln hat der Landkreis als Kasernen-Eigentümer direkt mit dem Innenministerium einen Vertrag geschlossen und kümmert sich zunächst ein Jahr um die Unterbringung der Flüchtlinge. Hier mietet das Land also nicht, sondern beauftragt den Landkreis.

Wie es mit dem Krankenhausgebäude in Springe langfristig weitergeht, beschäftigt auch die Regionsabgeordnete Elke Thielmann-Dittert (Grüne). Für sie ist die Flüchtlingsunterkunft „allenfalls eine mittelfristige Perspektive“. Thielmann-Dittert hatte Ende Februar eine Anfrage gestellt, die die Region jetzt beantwortet hat.

Der Runde Tisch, der sich um die Nachnutzung des Gebäudes bemüht hatte, soll demnach im Herbst noch einmal zusammenkommen. Dann sollen die Beteiligten auch über den Stand der Dinge in Sachen Notfallambulanz informiert werden. Das Klinikum versichert in seiner Antwort, man habe sich an die Absprachen gehalten und über die Presse sowie gegenüber den Ärzten über die Not- fallambulanz informiert.

Thielmann-Ditterts Hoffnung, aus dem neuen Konzept für die Erweiterung der Kliniken in Großburgwedel und Lehrte könne langfristig auch Springe als Standort profitieren, weist das KRH zurück: „Die Ausgangssituationen im Nordosten der Region unterscheiden sich in vielerlei Punkten von denen in Springe, und auch die konzeptionellen Ansätze sind nicht miteinander vergleichbar“, heißt es in der Stellungnahme.

von Christian Zett

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