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Landsommer-Tour entdeckt Besonderheiten des Ortes

Alferde Landsommer-Tour entdeckt Besonderheiten des Ortes

Die Geschichte von der wiedergefundenen Kirchenglocke war nur eine der Anekdoten, die Gästeführerin Gudrun Kreier bei der Landsommer-Tour in Alferde zum Besten gab.

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Gudrun Kreier (Mitte) untersucht mit der Gruppe während des Rundgangs die Mühlenreste am Bachlauf. Bähre

Alferde. Welche Frage wird bei Rallyes oder Besichtigungen oft in Alferde gestellt? Gudrun Kreier, Gästeführerin beim Calenberger Landsommer, ließ sich die Antwort nicht sofort entlocken und machte es spannend. Erst später bei der Nicolai-Kirche löste sie das Rätsel auf. „Was ist das Besondere an der Alferder Kirche?“ Die Antwort: Sie hat nur drei Zifferblätter, davon sogar noch zwei eckige und ein rundes. Auf der vierten Seite hängt in einem Erker die Kirchenglocke.

Die war nun auch noch für eine weitere Geschichte gut. Die Nicolai-Kirche hatte ursprünglich zwei Glocken, eine von circa 1750 und die zweite aus dem 19. Jahrhundert. Im Ersten Weltkrieg wurde die jüngere Glocke eingeschmolzen. Im Zweiten Weltkrieg sollte es nun auch die alte Glocke treffen. Sie wurde eingesammelt und verschwand aus Alferde. Viele Jahre nach dem Krieg tauchte sie in Hamburg wieder auf und wurde zurückgebracht.

Die Teilnehmer der Alferder Sommertour kamen aus Springe, Gestorf und auch aus Bad Münder. Sie ließen sich von Kreiers Geschichten einfangen und wollten alles über den kleinen Springer Stadtteil hören. Übrigens: Der Ort wurde 972 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Corvey erwähnt. „Reiche Leute glaubten damals, sich den Zugang zum Himmel durch eine großzügige Spende erkaufen zu können.“

Durch den Ort ging es auch zur Kirchenmühle. Der Weg über den privaten Grund existiert bis heute, nur die sonntägliche Nutzung hat etwas nachgelassen. Mit den Worten „Wir haben die Erlaubnis zum Rumstrolchen“ ging die Gästeführerin durch das Gartentor der Mühle. Sie ist nicht mehr in Betrieb, aber es sind noch alte Mühlenräder und Utensilien aus der Vergangenheit zu sehen. Heute wird der Hof für eine Pferdepension genutzt.

Die Gäste kamen auch an der Ortsdurchfahrt und somit am alten Zollhaus vorbei. Die Frage nach der Kassiermethode beantwortete ­Kreier mit dem Hinweis auf die damals vorhandene Schranke. Die Nagelsche Mühle und ein Orchideengarten komplettierten den Dorfrundgang.

von Heinz Bähre

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