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Langes Warten auf 108.000 Euro

Springe Langes Warten auf 108.000 Euro

Sieben Jahre, nachdem die Stadt aus Versehen 108.000 Euro Müllgebühren zu viel an den Entsorger Aha überwiesen hatte, soll sie das Geld nun zurückerhalten. Schuld an der Verzögerung sind gleich mehrere Pannen; die Fehlbuchung blieb lange unbemerkt.

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Teurer Irrtum: Die Fehlbuchung viel der Verwaltung erst 2013 auf - seitdem wartet Springe auf das zu viel an Aha überwiesene Geld.

Quelle: Zett (Archiv)

Springe. Jahrelang gab es zwischen Stadt und Aha folgende Vereinbarung: Im Rathaus kümmerte man sich - wie andere Kommunen auch - um den Einzug der Müllgebühren, leitete diese an den Entsorger weiter und behielt einen Teil des Geldes ein, quasi als Bezahlung für den Aufwand. 2009 ging das jedoch schief: Die Stadt vergaß, ihren zurückbehaltenen eigenen Anteil richtig zu verbuchen. Das Geld, stolze 108.000 Euro, verblieb auf dem Einnahmekonto für Müllgebühren und wurde beim nächsten Durchgang kurzerhand mit den neu erhobenen Müllgebühren mit nach Hannover überwiesen.

Dem ersten Fehler folgte der zweite: Vier Jahre lang blieb die Doppelüberweisung unbemerkt, 108.000 Euro fehlten in der Stadtkasse. Das fiel erst vier Jahre später dem Rechnungsprüfer auf, der den Irrtum öffentlich machte. Die Stadt gab an, sich das Geld „mit der nächsten Abrechnung“ zurückholen zu wollen. Doch so einfach war das nicht, wie Springes Finanzchef Gerd-Dieter Walter einräumt: Erst jetzt habe man bei Aha offiziell bestätigt, das Geld "in den nächsten Tagen“ zurücküberweisen zu wollen.

Zu den Gründen für die Verzögerung sagte Walter, dass die Müllgebührreform und die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten bei Aha viele Kapazitäten gebunden hätten. Zudem gab es einen Wechsel in der Chefetage. Die Verzögerung, so betont der Finanzchef, habe "nicht nur an Aha“ gelegen. Er spricht von einem "komplexen buchhalterischen Thema“.

Weil in den vergangenen sieben Jahren zahlreiche weitere Buchungen und Berechnungen in Sachen Müllgebühr zwischen Springe und Hannover wanderten, sei es immer schwieriger geworden, den ursprünglichen Fehler zu lokalisieren und genau nachvollziehen zu können, erklärt Walter.

Angst, dass das alles noch mal passiert, muss der Steuerzahler übrigens nicht haben: Inzwischen zieht der Entsorger seine Müllgebühren selbst ein - die Stadt überweist nichts mehr.

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