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Lennon in der St.-Andreas-Kirche

Springe Lennon in der St.-Andreas-Kirche

Nicht ganz so viel Gekreische und Ohnmachtsanfälle wie zu Beatles-Zeiten, aber doch eine sehr gute und losgelöste Stimmung herrschte bei der Konzertlesung in der St.-Andreas-Kirche, die unter dem Motto stand: „Love and Peace. John Lennon, seine Lieder und die Religion“. Lieder und Wortbeiträgen führten durch das Leben des erstgestorbenen Beatles.

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Zum Verwechseln ähnlich: Johnny Silver singt John Lennons Lieder in der St.-Andreas-Kirche. Foto: Wilkening

Springe. Der Osnabrücker Sänger und Gitarrist Johnny Silver sang dabei Lennons Lieder, während Karin Müller-Rothe vom Springer Kirchenvorstand zusammen mit Andrea Böhnisch aus Stadthagen Übersetzungen und Kommentare vortrugen. Dabei stand vor allem der Dialog zwischen der biblischen Botschaft und der weltlichen Musik im Vordergrund.

Die Idee zu dem Abend hatte Wolfgang Böhnisch, der unter anderem Mitglied des Kirchenvorstands in Stadthagen war. Außerdem ist er Mitglied eines Beatles-Fanclubs in Hannover, durch den der Kontakt zu Johnny Silver entstand. Gezeichnet wurde ein Bild von Lennon, der sich selbst, auf dem Weg zum Sinn des Lebens, nie zu ernst nahm und mit seiner Botschaft oft näher an den christlichen Werten war, als es auf den ersten Blick scheint. So wurde etwa der Lennon-Song „I am a Loser“ behandelt, in dem er sich fragt, ob er immer stark sein muss und wo sein Leben eigentlich hinführt. Anschließend wurde den Zuhörern die Parallele zu biblischen Texten und ihren Motiven offengelegt, etwa wie im Psalm 22: „mein Gott, Mein Gott warum hast du mich verlassen?“

Auch Lennons oft zwiespältiges Verhältnis zum Glauben wurde thematisiert. So sagte er 1966 in einem Interview noch, dass das Christentum abtreten werde. Immerhin seien die Beatles damals schon beliebter als Jesus gewesen. Doch seine Einstellung änderte sich in den Jahren. Später schlug Lennon deutlich nachdenklichere Töne an, wie zum Beispiel in dem Song „Let it be“ (1970). Hier heißt es an einer Stelle: „Mother Mary comes to me“ (Mutter Maria kommt zu mir). Unter anderem hatte sich Lennon zwischenzeitlich auch mit dem Hinduismus in Indien und östlichem Mystizismus, den er durch seine Frau Yoko Ono kennenlernte, beschäftigt. Die von Johnny Silver gespielten Songs kamen beim Publikum sehr gut an. Nicht nur, weil sich der ein oder andere an seine Jugendzeit zurückerinnert gefühlt hatte, sondern auch, weil die erklärenden Kommentare Hintergründe zu den Songtexten offenbarten.

Von Joshua Wilkening

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