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Luxus oder Sparmodell?

Springe Luxus oder Sparmodell?

Die verschuldete Stadt Springe denkt über ein neues Rathaus nach. Der Rat der Stadt hatte vor wenigen Wochen beschlossen, auf das Bürgerbüro im Alten Rathaus zu verzichten.

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Springe. Der eine sagte: Es gibt Wichtigeres. Der andere sagte: Es ist schon sinnvoll, das zu machen. Der eine (Christian Springfeld) ist jetzt Bürgermeister, besiegte den anderen (Ralf Burmeister) in der Stichwahl. Und sitzt drin im Rathaus, dessen möglicher Millionen-Neubau die Gemüter erhitzt. Wie geht es weiter mit dem Vorhaben?

Rückblende: Der Rat hatte Ende des Jahres überraschend beschlossen, auf das lange geplante Bürgerbüro im Alten Rathaus zu verzichten. Und stattdessen mit dem Geld den großen Wurf zu wagen: Die Politiker gaben in Auftrag, zu prüfen, ob und wie ein Rathaus-Neubau möglich sei. Erste Zahlen kursierten schnell - von 10 Millionen Euro war die Rede. Dem Projekt an sich, betont Springfeld, stehe er gar nicht so kritisch gegenüber. Er wolle jedoch vermeiden, dass die Prüfung wichtigeren Vorhaben wie der Fertigstellung des Schulzentrums Nord in den Weg gerät: „Das sind teils die gleichen Mitarbeiter, die damit beschäftigt sind.“

Bei vielen Bürgern blieb vor allem ein auf den ersten Blick kaum erklärbarer Luxusverdacht hängen: Die Stadt ist pleite - und baut sich ein neues Rathaus? In der Verwaltung will man die Überlegungen auch als langfristig gedacht verstanden wissen. Es gehe nicht nur darum, die akute Raumnot zu beheben und allen Mitarbeitern einen vernünftigen Arbeitsplatz zu verschaffen, erklärte Springfelds Stellvertreter Gerd-Dieter Walter schon vor der Amtsübernahme des neuen Bürgermeisters. Es könne auch betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, einen zentralen Ort für die Stadtverwaltung zu schaffen. Momentan ist die Behörde in der Kernstadt auf zwei Rathäuser, das Baudezernat und die Weiße Schule für Jugend, Sport und Schule verteilt. Dazu kommen mehrere Außenstellen in den Ortsteilen.

Langfristig, so gehen die internen Berechnungen, sei ein großes Rathaus womöglich sogar günstiger als viele kleine Varianten. Beispiel Salzhaube: Das Gebäude mietet die Stadt zwar zu einem relativ günstigen Satz vom Land an - ist aber auch für den Unterhalt zuständig, etwa für Sanierungen. Das sei fast die größere Belastung, heißt es bei der Verwaltung. Auch Standorte wie die Weiße Schule sind teils stark sanierungsbedürftig. Und könnten im Neubaufall per Verkauf sogar Geld in die Kasse spülen.

Der Neubau, sagt Walter, müsse gar kein Neubau sein - und gar nicht 10 Millionen Euro kosten. Realistischer sei ein Anbau an das bestehende Rathaus auf dem Burghof, im hinteren Teil des Parkplatzes: „Da reden wir über einen deutlich geringeren Betrag.“ Passieren wird ohnehin nichts mehr in diesem Jahr: Geld für einen Neubau müsste die Stadt in den Haushalt für 2017 einstellen. Und der wird wegen der Kommunalwahl im September erst in rund einem Jahr vom neuen Rat verabschiedet. Von Christian Zett

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