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Mann widersetzt sich Polizist

Springe Mann widersetzt sich Polizist

Weil sich ein 29-jähriger Springer und seine Ehefrau Polizisten widersetzt haben, musste sich das Paar jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

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Das Amtsgericht Springe verurteilte das Ehepaar zu Geldstrafen.

Quelle: Zimmer

Springe. Während der Mann versucht hatte, sich dem Anlegen von Handschellen zu entziehen und beleidigend wurde, schlug die Frau einen Beamten gegen die Schläfe. Die Vorsitzende Richterin verurteilte den mehrfach vorbestraften Mann zu einer Geldstrafe von 3600 Euro, seine 31-jährige Frau muss 520 Euro zahlen.

Der 29-Jährige war den Polizeibeamten bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen, bei der er sich nicht ausweisen konnte und auch keinen Führerschein dabei hatte. Zwei Polizisten begleiteten den Springer daraufhin zu seiner Wohnung, wo er die Papiere vorzeigen sollte. Dabei stellte sich heraus, dass er gar keine gültige Fahrerlaubnis besitzt.

Der Angeklagte habe sich von Anfang an wenig kooperativ gezeigt, berichtete eine Polizistin in ihrer Zeugenaussage. Als sie ihn zur Wohnung begleitete, sei die Angelegenheit eskaliert. Der Mann habe sie zunächst aufgefordert, vor der Wohnungstür stehen zu bleiben und leise zu sein, weil sein Kind schlafe. Der Angeklagte verschwand in der Küche und damit aus dem Sichtfeld der Polizistin. Sie betrat die Wohnung und forderte ihn auf, wieder in Sichtweite zu kommen. „Die Stimmung kippte und er wurde sehr aggressiv“, berichtete die 23-Jährige, die daraufhin Verstärkung anforderte. Zwei weitere Kollegen kamen dazu.

Er habe den Angeklagten aufgefordert, die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen und sie zu zeigen, sagte ein 45-jähriger Beamter. „Der Mann war in der Küche, möglicherweise hatte er sich bewaffnet.“ Als der Springer sich weigerte, seine Hände zu zeigen, drängte der Polizist den 29-Jährigen gegen eine Wand auf dem Flur und versuchte, ihn zunächst per Polizeigriff zu fixieren. Da sich der Mann diesem Griff zu entziehen drohte und sich auf den Boden fallen ließ, legte der Beamte ihm schließlich Handschellen an.

In dieser Situation schlug die Ehefrau - wohl um ihrem Mann zu helfen - dem Beamten mit der Hand gegen die Schläfe. Die junge Frau bestritt diese Tat zunächst. „Ich stand in der Tür und habe alles gefilmt, wie hätte ich ihn schlagen sollen?“, fragte sie das Gericht. Erst nachdem zwei Polizisten den Schlag bezeugten, räumte sie den Vorfall ein.

Generell sei die Frau aber eher ruhig gewesen und habe ihren Mann beschwichtigen wollen, berichteten die Beamten. Denn der 29-Jährige räumte selbst ein, den Polizisten als „Idioten“ beschimpft zu haben. Aber auch der Polizist sei laut geworden, so der Angeklagte. Außerdem habe der Beamte ihm wehgetan, als er ihm per Polizeigriff den Arm auf den Rücken drehte. Er habe sogar leichte Verletzungen wie ein Hämatom und Hautabschürfungen davongetragen. Der 29-Jährige hatte seinerseits den Polizisten wegen Körperverletzung angezeigt.

Die Vorsitzende Richterin verurteilte den Ehemann zu 90 Tagessätzen à 30 Euro. Weil sich der Mann aber wegen Fahrens ohne Führerschein in einem anderen Prozess verantworten musste, bildete sie eine Gesamtstrafe von nunmehr 120 Tagessätzen. Der 29-Jährige muss nun insgesamt 3600 Euro bezahlen. Für seine Frau, die bislang keinerlei Vorstrafen hat, fiel die Strafe mit 40 Tagessätzen à 13 Euro deutlich milder aus.

Der Staatsanwalt hatte jeweils 20 Tagessätze mehr für jeden der Ehepartner gefordert. „Es ist kein Spaß, sich gegen Polizeibeamte zur Wehr zu setzen und sie zu schlagen“, machte er deutlich.

Von Anne Brinkmann-Thies

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