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Mehr Engagement für die Opfer

Springe Mehr Engagement für die Opfer

Während sich Polizei, Gerichte, Anwälte mitunter auch Ärzte und Psychologen mit den Tätern beschäftigen müssen, fallen die Opfer immer wieder aus dem Fokus. Der „Weiße Ring“ will das ändern. Und in Springe mehr Präsenz zeigen.

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Der Weiße Ring - hier mit Dagmar Burow (2. v. l.), Christine Pohl, Jan-Philipp Lüke (2. v. r.) und Manfred Henze (r.) - will in Springe noch präsenter werden. Hier stellt sich das Team bei der Springer Polizei mit Ernst Knolle (l.) und Kommissariats-Chef Christian Krone (3. v. r) vor. Mischer

Jan-Philipp Lüke ist in der Außenstelle Hannover-Land zuständig für die Opferbetreuung. Der Springer ist einer der Jüngsten im zwölfköpfigen ehrenamtlichen Team, das weitgehend dezentral arbeitet und von Neustadt aus koordiniert wird. „Einige sind ehemalige Polizeibeamte“, sagt Lüke. Sie haben oft selbst im Dienst die Erfahrung gemacht, dass Opfer nach einer Tat Hilfe brauchen.

Polizei und Staatsanwaltschaft, sagt Lüke, verweisen die Betroffenen an den Weißen Ring: „Aber die meisten kommen von selbst auf uns zu.“ Und darauf ist die Organisation auch angewiesen: „Sie können die Opfer ja nicht ausfindig machen, das ist auch eine Sache des Datenschutzes.“

Welche Hilfe die Menschen genau benötigen ist so unterschiedlich wie die Taten, die ihr Leben verändert haben. „Bei manchen reicht ein Gespräch, dass ihnen jemand zuhört“, sagt Lüke. Wenn die Probleme größer sind, die Psyche zu schwer belastet, stoßen auch die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen: „Wir sind Laien - wir können dann nur weiterverweisen.“

Die Schwere der Tat, sagt Lüke, sei nicht immer ein Anzeichen dafür, wie schwer die Belastung des Opfers im Nachhinein ist: Ein Einbruchdiebstahl, wie er in Springe regelmäßig vorkommt, könne seelisch genau so schwer nachwirken wie eine Körperverletzung. Eine Seniorin aus dem Stadtgebiet habe seine Hilfe gesucht, nachdem sie Unbekannte nach dem Geldabheben mit Tricks beklauten: „Das Geld war weg - aber es hat sich auch beschäftigt, dass ihr das überhaupt passiert ist.“ Die Dunkelziffer sei bei vielen Straftaten dieser Art hoch: „Die Leute schämen sich, zuzugeben, dass sie Opfer geworden sind.“

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