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Mehr Verkehrstote und Verletzte

Springe Mehr Verkehrstote und Verletzte

Im vergangenen Jahr hat die Polizei im Gebiet des Kommissariats Springe 908 Unfälle aufgenommen. Sechs Menschen wurden bei Unfällen getötet. Und: Die Zahl der Unfallfluchten steigt.

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Lutz Fricke, Leiter Einsatz- und Streifendienst, steht am „Unfall Denk mal“.

Quelle: Bernhard Herrmann

Springe. Springe. Der Leiter des Polizeikommissariats Springe, Hans-Christian Krone, und der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Lutz Fricke, haben die Verkehrsunfallstatistik 2016 vorgestellt. Insgesamt ereigneten sich 908 Verkehrsunfälle, die polizeilich aufgenommen wurden, im gesamten Gebiet des Polizeikommissariats Springe. „Dabei wurden sechs Verkehrsteilnehmer getötet, was einen deutlichen Anstieg zum Vorjahr darstellt“, sagte Fricke. 25 Personen zogen sich schwere Verletzungen zu. Das sind sieben Verkehrsteilnehmer mehr als im Jahr 2015. Bei den Unfällen gab es 165 Leichtverletzte. 525 Unfälle ereigneten sich innerhalb und 383 Unfälle außerhalb von geschlossenen Ortschaften. 638 Verkehrsunfälle (70 Prozent) geschahen in Springe.

2016 erlitten neun Kinder im Alter bis zu 14 Jahren im Straßenverkehr leichte Verletzungen. In der Gruppe der unter Sechsjährigen waren dies drei Kinder, in der Gruppe bis 14 Jahren waren dies sechs Kinder. Die Zahl der verunfallten Fahranfänger (18-24 Jahre) ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. „Zwar beläuft sich die Zahl der schwerverletzten Fahranfänger mit drei Betroffenen auf dem Vorjahresniveau, allerdings wurde ein Verkehrsteilnehmer dieser Altersgruppe bei einem Baumunfall getötet und insgesamt 32 Beteiligte erlitten leichtere Verletzungen“, sagte Fricke.

„Ein Anstieg ist ebenfalls bei der Gruppe der Senioren zu beklagen. Bei Verkehrsunfällen in dieser Kategorie wurden drei Menschen über 65 Jahre getötet, sieben schwerverletzt und 23 Personen erlitten leichte Verletzungen“, erläutert der Polizeihauptkommissar.

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrern ist leicht auf 33 (im Vorjahr: 31) angestiegen. Im Jahr 2016 war eine getötete Fahrradfahrerin zu beklagen, drei Fahrradfahrer wurden schwer- und 21 leicht verletzt. Bei 16 dieser Unfälle waren die beteiligten Radfahrer unfallverursachende Verkehrsteilnehmer. Nochmals deutlich gestiegen ist die Zahl von Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Fußgängern. Waren dies im Jahr 2014 noch zehn Unfälle, stieg die Zahl im Jahr 2015 dann auf 18 und im vergangenen Jahr schließlich auf 25 an. Dabei wurde eine Person getötet, zwei schwer verletzt und 13 leicht verletzt.

Im Jahr 2016 wurde bei elf Unfallbeteiligten die Beeinflussung durch alkoholische Getränke festgestellt. Der höchste gemessene Blutalkoholwert lag bei 2,81 Promille. Dabei handelte es sich um einen Fahrradfahrer. Im Rahmen der Bekämpfung dieser Unfallursache wurden 47 Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss festgestellt, ohne dass hier ein Unfallgeschehen zu Grunde lag. Diese mussten sich einer Blutentnahme unterziehen.

„Bei einem Unfallbeteiligten wurde eine Drogenbeeinflussung festgestellt. 27 Verkehrsteilnehmer mussten sich hingegen einer Blutentnahme zur Bestimmung einer möglichen Drogenbeeinflussung unterziehen, nachdem sie Kraftfahrzeuge geführt hatten. Zu Unfällen war es dabei nicht gekommen“, sagte Fricke.

Die für die Geschädigten höchst unerfreuliche Entwicklung setzt sich im Bereich der sogenannten Verkehrsunfallfluchten, dem Unerlaubten Entfernen vom Unfallort nach Paragraf 142 Strafgesetzbuch fort. Die Zahl dieser Straftaten hat sich nochmals leicht auf 225 (222) Fälle erhöht. Dabei handelt es sich beispielsweise um Unfälle auf freier Strecke, bei denen Verkehrsschilder, Leitpfosten, Straßenbankette beschädigt werden oder vergleichbare Ereignisse innerhalb geschlossener Ortschaften, die der Verursachende nicht zur Anzeige bringt und sich unerlaubt entfernt.

Oftmals ohne das der Verursacher eine Spur am Tatort hinterlässt. Vornehmlich ereignen sich diese Straftaten aber auf Parkplätzen von Einkaufsmärkten oder an vergleichbaren Örtlichkeiten, wo eine hohe Fluktuation und beengte Parkmöglichkeiten vorherrschen. Hier ereignen sich immer wieder sogenannte Parkrempler, die vermeintlich geringere Schäden verursachen und die Verursachenden dadurch zusätzlich veranlassen, sich vermeintlich unentdeckt von der Unfallstelle entfernt.

„Mangels einer entsprechenden Spurenlage beispielsweise durch abgerissene Fahrzeugteile, bieten sich bei diesen Straftaten oftmals nur wenige Ermittlungsansätze“, sagt Fricke. Hier kommt es auf die Mitteilungen aufmerksamer Zeugen an, die dadurch in einem hohen Maß zur Aufklärung dieser Straftaten beitragen. Die Polizei bittet deshalb jeden Zeugen um aktive Mithilfe zur Aufklärung.

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