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Millionen müssen in marodes Kanalnetz investiert werden

Springe Millionen müssen in marodes Kanalnetz investiert werden

Im Springer Kanalnetz gibt es einen Sanierungsstau. 100 Millionen Euro muss die Stadt in den nächsten 30 bis 40 Jahren in ihr Kanalnetz investieren, warnt der Leiter des neuen Eigenbetriebs Stadtentwässerung, Dieter Erdmann.

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Symbolbild: Die Rohre im Kanalnetz der Stadt Springe sind zu durchlässig, sodass bis zu 90 Prozent mehr Wasser transportiert wird, als erklärlich ist.

Quelle: Junker

Springe. 2,5 bis drei Millionen Euro sind das jedes Jahr. Besonders bitter ist das, weil die Verwaltung bereits seit Längerem versucht, den unterirdischen Verfall mit einem Millionenprogramm abzumildern. Der Schwerpunkt lag zuletzt auf Gestorf und Bennigsen. „Das Entwässerungsnetz“ habe dennoch „immer noch erhebliche bauliche und hydraulische Mängel“, erläutert Erdmann.Rund 25.000 „Schadmerkmale“ listet er auf. Die Folgen: In die Rohre dringt extrem viel Wasser ein, für das es keinen direkten Verursacher und damit auch keinen Gebührenzahler gibt. Laut Erdmann führen diese ungeklärten Einleitungen dazu, dass sich in den Kanälen zumeist 90 Prozent mehr Wasser befindet, als eigentlich erklärlich ist.

Erdmanns Probleme gehen noch weiter: „Der Ortsteil Bennigsen verfügt immer noch nicht über ein Netz, das den gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht“, sagt er. Die „weitere Siedlungsentwicklung“ in dem Ort werde dadurch „deutlich gehemmt“, Eile sei geboten.

Weil die Bevölkerungszahl zurückgeht und in Haushalten immer weniger Trinkwasser verwendet wird, seien die Schmutzwasserkanäle an vielen Stellen nicht mehr ausgelastet. Das fällt in den Kläranlagen aber bislang nicht auf, denn Gewerbebetriebe - vor allem Octapharma - steigerten ihren Verbrauch. Erdmann sieht auch Schattenseiten: Die Höhe der allgemeinen Gebühr werde „labiler, wenn die gewerbliche Produktion großen Schwankungen unterliegt“.

Der Leiter des Eigenbetriebs möchte in Zukunft deutlich mehr Mischwasserkanäle aufgliedern. Durch den Klimawandel nehme die Gefahr von Starkregen und damit auch von überfluteten Kellern zu. Um sie zu bannen, müssten Regen- und Schmutzwasser überall getrennt erfasst und befördert werden.

Aber nicht nur das marode, veraltete Kanalnetz reißt ein Loch in die Stadtkasse. Auch die Kläranlagen brauchen einen Investitionsschub. 650.000 Euro müssten jährlich in die drei Betriebe in Bennigsen, Eldagsen und Springe gesteckt werden, „langfristig und kontinuierlich“, so Erdmann. Bennigsen ging 1988 an den Start, Eldagsen 1997, die wesentlichen Teile in Springe 1992. Erdmann: „Damit sind alle Anlagen schon fast 20 Jahre alt und im Bereich Maschinen und Steuerungs- sowie Elektrotechnik nicht mehr auf dem Stand.“

von Marita Scheffler

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