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Mountainbiker wollen mehr Strecken im Deister

Springe Mountainbiker wollen mehr Strecken im Deister

Nach zwei Jahren Probephase haben sich die beiden offiziellen Mountainbike-Strecken im Deister etabliert. Die Verantwortlichen von Deisterfreunden, Landesforsten und der Region haben eine positive Bilanz gezogen. Das Modell sei bundesweit einzigartig. Die Extremsportler wünschen sich unterdessen bereits neue Strecken.

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Nichts für schwache Nerven: Die Fahrer überspringen sogenannte Drops auf dem freigegebenen Trail „Ladies Only“. Deisterfreunde

Springe. 2014 hatten sich die Region, Landesforsten und der Mountainbikeverein Deisterfreunde an einen Tisch gesetzt, um legale Strecken, sogenannte Trails, zu errichten - und das Fahren abseits von befestigten Wegen zu unterbinden. Die Waldgrundstücke, auf denen die Strecken verlaufen, mussten vom Verein gepachtet werden - mit dieser Konstruktion konnte die Haftung geregelt werden. Eine Unfallversicherung für die waghalsigen Strecken wurde ebenfalls abgeschlossen. Die Verantwortlichen einigten sich auf eine Testphase der legalen Trails, die bis heute anhält.

Hohe Sprünge, rasante Abfahrten: Unterwegs mit einer Gruppe Mountainbiker im Deister.

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Zwei Jahre später gilt das einzigartige Projekt in Deutschland als Erfolgsmodell, betont Vereinssprecher Mirko Haendl. Bis über die Regionsgrenzen seien die Deistertrails bekannt. Auf den Parkplätzen sehe man nicht selten Kennzeichen aus Nordrhein-Westfalen oder Hamburg. Beide Strecken seien nicht weit voneinander entfernt: Die Transferzeiten zwischen den Trails seien gering, sodass mehrere Abfahrten in kurzer Zeit möglich sind. „Wir sind froh, mit unserem attraktiven Angebot die Fahrer aus dem Unterholz auf die offiziellen Strecken zu holen“, sagt Vereinssprecher Haendl.

Für ein sogenanntes Monitoring befragte die Region mehrere Hundert Biker. Viele von ihnen wünschten sich mehr Streckenvielfalt. „Unser Verein hat genug Kapazitäten, um weitere Trails zu betreuen“, betonte Haendl. „Wir werden die Machbarkeit nach den Ergebnissen des Monitoring prüfen“, sagte Klaus Abelmann, Sprecher der Region.

Zufrieden ist auch die Landesforsten, auf deren Gelände sich die beiden Trails befinden: „Die Entlastung des Waldes durch die offiziellen Strecken ist vielerorts spürbar“, sagt Sprecher Joachim Hansmann. Das Pilotprojekt sei positiv angelaufen, für eine endgültige Einschätzung wolle man aber die Ergebnisse des Monitorings abwarten. Zufrieden ist man auf Vereins- und Regionsseite mit der Kommunikation. Beide Seiten sprechen von einer unkomplizierten und konstruktiven Zusammenarbeit. Nur vereinzelt gab es Probleme: Vor einigen Wochen hatten Unbekannte auf dem „Ladies Only“-Trail Buchstaben in Baumrinden geritzt, vereinzelt wurden Sprünge verändert. Normalerweise halten sich die Mountainbiker aber an die Regeln. „Wenn wir die Strecken wetter- oder baubedingt schließen, folgen nahezu alle dem Aufruf“, berichtet Mirko Haendl.

In Zukunft will der Verein den Status quo halten, egal wie die Pilotphase ausgehe: „Wir wollen uns nicht auf inoffizielle Trails zurückdrängen lassen. Die Zahl der Strecken soll steigen und nicht fallen“, betont Haendl. Die Geländeradfreunde wünschen sich, naturbelassene Trails in das Streckennetz aufnehmen zu können, wenn sich die privaten Waldeigentümer gesprächsbereit zeigen. „Wilde Sprünge und Kurven gehören nicht zwangsläufig zum Mountain­biking“, erklärt Haendl.

Biker laden zu Sommerfest

Am Sonnabend, 13. August, steht das Sommerfest der Deisterfreunde an. Wer mit den Bikern sowie den Verantwortlichen der Region und Landesforsten ins Gespräch kommen will, kann sich von 11 bis 17 Uhr am Nienstädter-Pass-Parkplatz einfinden. Für Neulinge des Mountainbikesports werden geführte Ausfahrten auf den Deister-Trails angeboten.

Von Lukas Hoffmann und Ralf T. Mischer

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