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„Wir halten am Verfahren fest“

Springe „Wir halten am Verfahren fest“

Die Parteien in Springe reagieren skeptisch auf die Grünen-Ideen, den Bürgermeister per Ausschreibungsverfahren zu suchen.

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Die neue Gruppe „Alfa“, die sich aus bisherigen AfD-Mitgliedern zusammensetzt, beschäftigt sich laut Sprecherin Anke Tischler ebenfalls mit dem Thema.

Quelle: Privat

Springe. Ein Bürgermeister per Annonce? Die Idee der Grünen stößt bei den politischen Konkurrenten auf Skepsis. Gemeinsam haben alle Parteien und Gruppen vor allem eins: Sie beschäftigen sich mit dem anstehenden Wahlkampf.

„Wir halten an unserem Verfahren fest“, stellt SPD-Vize Bastian Reinhardt klar. Soll heißen: Die Sozialdemokraten beteiligen sich nicht an einer Ausschreibung, mit der die Grünen gerne einen geeigneten - und möglichst überparteilichen - Verwaltungschef finden möchten. Für Reinhardt ist nicht nur ungeklärt, ob und wie das Verfahren kommunalrechtlich zulässig wäre. Er fürchtet auch, durch eine Vorauswahl per Ausschreibung könne Intransparenz entstehen: Schließlich müsse der Bürgermeister am Ende von allen Springer Bürgern gewählt werden.

Reinhardt, dem Ambitionen auf das Amt nachgesagt werden, ist viel wichtiger, dass sich seine Partei auf Kriterien für potenzielle Bewerber festlegt. „Selbst mit einer Ausschreibung gibt es keinen perfekten Kandidaten“, sagt der 28-Jährige.

Auch Linken-Chef Axel Seng ist gegen die überparteiliche Suche nach einem Bürgermeister. Der Ratsherr fürchtet aber in erster Linie, ein undemokratisches Signal zu senden: Wenn so im Vorfeld ein Kandidat ausgesucht würde, „müssen wir im Grunde nicht mehr wählen lassen“, sagt Seng. Trotzdem will er auf Kooperation setzen: „Am liebsten wäre mir ein gemeinsamer Kandidat mit SPD und Grünen.“ Ansonsten würden sich die Linken offen halten, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken.

Wie die CDU zu dem Grünen-Vorstoß steht, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen: Die Vorsitzende Elke Riegelmann war nicht zu erreichen; Vize Oliver Groseck erklärte, man habe noch kein Meinungsbild absprechen können.

Die Freien Wähler treffen sich in zwei Wochen zu einem Sondierungsgespräch, verrät Sprecher Wolfgang Nickees. Es sei falsch zu denken, eine kleine Gruppe wie die „Freien“, die nur mit einem Mitglied im Stadtrat vertreten sind, werde auf keinen Fall mit einem eigenen Kandidaten antreten. Nickees stellt klar: „Wir halten uns alle Wege offen.“ Jörg-Roger Hische habe seine Arbeit am besten gemacht, als er sich vom Parteizwang losgesagt habe, so Nickees. „Und genau so ist unser Gedankengut: Wir wollen immer im Sinne der Bürger entscheiden - und nicht im Sinne der Partei.“

Die neue Gruppe „Alfa“, die sich aus bisherigen AfD-Mitgliedern zusammensetzt, beschäftigt sich laut Sprecherin Anke Tischler ebenfalls mit dem Thema: „Aber ich muss auch sagen: Wir haben den Tod von Jörg-Roger Hische noch nicht richtig verdaut. Wir sind sehr traurig und brauchen Zeit.“

Die Gruppe werde am Ferienende wissen, „ob und wie es mit einem Kandidaten aussieht“. In den eigenen Reihen gäbe es eine geeignete Person. Tischler war bei der Regionspräsidentenwahl angetreten, steht jetzt aber nicht bereit.

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